Gerücht oder Tatsache? Experte erklärt Wetter-Phänomen beim Sommer-Festival

Regnet’s eigentlich immer bei Tollwood?

Tollwood
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2003 war mit zehn Regentagen das trockenste Tollwood, den Regenrekord halten die Jahre 1998, 2004 und 2008 mit je 18 nassen Tagen.

München - Tollwood-Zeit ist Regenzeit. Gummistiefel lohnen sich, wenn man die Pfützen am Olympiapark unbeschadet überstehen will.

Auch der Regenschirm leistet nicht selten gute Dienste. So mancher Münchner soll sogar die Flucht ergreifen und in der Tollwood-Zeit wärmere Gefilde aufsuchen. Doch regnet es wirklich immer, wenn Tollwood ist?

Die Vermutung liegt nahe, wenn man das Auftakt-Wochenende betrachtet. Denn in den vergangenen zehn Jahren blieb es nur dreimal annähernd trocken. „Das sind die Nachwehen der Schafskälte“, erklärt Bernd Madlener, Wetterredakteur bei wetter.com. „Die Zeit ist gerade der Übergang zum stabilen Sommerwetter.“ Und da gehören Schauer und Wind ebenso dazu wie Sonnenschein und Hitze. 2003 war mit zehn Regentagen das trockenste Tollwood, den Regenrekord halten die Jahre 1998, 2004 und 2008 mit je 18 nassen Tagen.

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„Das Tollwood ist aber kein Schlechtwettergarant“, betont Biwi Labermeier, technischer Leiter des Festivals. Es habe auch einige Jahre mit wenig Regen gegeben. Vor rund zehn Jahren wurde das Festival von Mai auf Juni/Juli verlegt. Trockener ist es aber kaum geworden. Noch mal schieben kommt nicht infrage, die Leut’ haben sich dran gewöhnt, sagt Labermeier.

Auch in diesem Jahr rechnet er mit durchwachsenem Wetter. „Die meisten wissen’s schon und ziehen Gummistiefel an.“ Nur Dauerregen würde die Besucher abhalten.

Bilder vom ersten Tollwood-Tag

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Und ob Regen oder Sonnenschein, viel Arbeit wartet in jedem Fall auf die Organisatoren. „Ist es zu heiß, müssen wir mit einem Wasserfass die Wege sprengen, damit die Leute nicht am Staub ersticken. Ist es zu nass, müssen wir Kies streuen, damit sie nicht in Pfützen stecken“, sagt der technische Leiter.

Regen gehört also zum Tollwood dazu, doch als absoluter Regengarant, wie die Wiesn für den Sonnenschein, taugt es nicht ganz. Das Oktoberfest-Phänomen erklärt Wetterredakteur Bernd Madlener übrigens mit dem Altweibersommer: „Da gibt es zu 70 Prozent eine Schönwetterphase.“ Auch die Frage, warum es so selten weiße Weihnachten gibt, kann Madlener anhand der Wetteraufzeichnungen erklären: „Ist der Advent schön kalt, setzt um den Heiligenabend Tau und Regen ein.“ Weihnachtstauwetter sagen die Experten.

IMU

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