Viele Kinder, viele Zuwanderer

Reich & sexy: Alle wollen nach München

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München wächst und wird jünger - das macht die Landeshauptstadt attraktiv.

München - München wächst stärker als andere Metropolen – und bleibt jünger. Das sind Ergebnisse der Bertelsmann-Studie, die den direkten Vergleich mit Berlin und Hamburg macht.

Gerade erst hat München seinen 1,5-millionsten Einwohner begrüßt: Amelia, zwei Monate alt. Auch sie trägt dazu bei, dass die Stadt weiter wächst – und jung bleibt. Laut der Bertelsmann-Studie wird München 2030 die deutsche Kommune sein, in der am meisten junge Menschen leben – neben Unterföhring und dem nordrhein-westfälischen Münster. Woran liegt das?

Geburten versus Sterbefälle

München wächst zum einen wegen der vielen Geburten – und der relativ wenigen Sterbefälle. Die Stadt habe einen „sehr positiven natürlichen Saldo“, erklärt Bertelsmann-Projektmanagerin Hannah Amfbeck. Das heißt: Hier werden deutlich mehr Menschen geboren als Menschen sterben. Pro 1000 Einwohner kommen durch den Geburtenüberschuss jährlich mehr als drei Münchner hinzu – auch in 15 Jahren noch. Das unterscheidet München von anderen Metropolen: Berlin hat aktuell auch mehr Geburten als Sterbefälle – doch 2030 wird es umgekehrt sein. Hamburg wird, wie München, zwar auch 2030 noch mehr Geburten haben, doch keinen gar so hohen Überschuss wie München. Der sorgt jedoch auch für Probleme: Die Geburtskliniken sind bereits überlastet. Dass in München weniger Menschen sterben, liegt daran, dass hier anteilig weniger Hochbetagte (ab 80 Jahren) leben als in Berlin und Hamburg.

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Zuwanderung aus dem Ausland

Laut Stadt rührt das hohe Wachstum aber nur zum kleineren Teil von den vielen Geburten her. Hauptgrund ist vielmehr die Zuwanderung aus dem Ausland: 2013 kamen fast 4500 Menschen aus Rumänien, gefolgt von Zuwanderern aus Polen, Italien, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Spanien und Bulgarien. In München kommen pro 1000 Einwohner jährlich 13 Zuwanderer hinzu (Berlin: 10, Hamburg: 7). Auch die vielen Flüchtlinge lassen die Stadt wachsen. „München ist ganz klar eine Zuwanderungsstadt“, sagt Amfbeck. Laut Bertelsmann kamen in den letzten Jahren vor allem 15- bis 32-Jährige: wegen der Ausbildung und den Arbeitsstellen, die es im boomenden München zuhauf gibt – mehr als im „armen, aber sexy“ Berlin.

Altersstruktur und Altersentwicklung

München ist jetzt schon jünger als andere Städte, auch als Berlin und Hamburg: Das Durchschnittsalter liegt aktuell bei 39,5 Jahren und steigt auf 41 Jahre (Berlin auf 42,8, Hamburg auf 43 Jahre) im Jahr 2030. Das liegt daran, dass in München mehr Jüngere nachkommen als anderswo, weil viele gerade zu Beginn ihrer Karriere zuziehen. Und so werden 2030 immer noch weit mehr als 80 Prozent unter dem Rentenalter sein. In Berlin und Hamburg sind es weniger.

Ausblick

Tatsächlich hat München die 1,5-Millionen-Marke früher geknackt als gedacht. Laut Bertelsmann wächst die Stadt bis 2030 um 14,1 Prozent auf 1,584 Millionen Einwohner (Berlin 10,4 Prozent/3,713 Millionen, Hamburg 7,5 Prozent/1,863 Millionen). Dabei hat das städtische Planungsreferat diese Prognose kürzlich bereits nach oben korrigiert: auf 1,723 Millionen. Damit dürften die nun prognostizierten Entwicklungen wohl noch extremer ausfallen. Und wie soll das alles gehen, mit Wohnungen, Kitas, Schulen? Knappe Flächen, zu wenig Fachkräfte und Armutszuwanderung, die womöglich auch noch durch einen Grexit angeheizt würde: „Wenn unter diesen Bedingungen der soziale Friede noch irgendwie hinzukriegen ist“, sagte Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) kürzlich, „können wir froh sein.“

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