Reichenbachbrücke eine Stunde gesperrt

Rettung aus der Isar per Winde & Windel

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Mit der "Rettungswindel" gelang es den Helfern, den leicht verletzten Mann auf die Brücke zu ziehen.

München - Bei dieser Hitze braucht man schon mal Hilfe: Ein Mann ist am Sonntagmorgen von der Feuerwehr von einer Isar-Insel gerettet worden. Er wollte eigentlich nur ein Erfrischungsbad nehmen.

Der Mann hatte zwar die dickste Windel Münchens an, aber nass rein ging’s ihm trotzdem – wenn auch für ihn zum Glück folgenlos …

Folgenlos, weil er nur leicht verletzt wurde und mittlerweile im Krankenhaus auf der internistischen Station liegt. Und weil er den Einsatz eines kompletten Löschzuges der Feuerwehr nicht bezahlen muss. Sondern alle Münchner.

Und so kam’s zum windelweichen Ausgang: Gestern morgen gegen 9 Uhr haben zwei Polizisten einen jungen Mann, der die Isar als Hort der Abkühlung suchte, gerettet. Um 9.12 Uhr alarmierten die Freunde und Helfer die Feuerwehr: Person in Isar! Und dann begann, so ist’s bei einem derartigen Ruf vorgeschrieben, der große Einsatz: Insgesamt 36 Mann in zehn Fahrzeugen rückten aus, um den (alkoholisierten?) Flussbesetzer, der nur seine Unterhose trug, zu retten. Da hatte ihn die Polizei bereits gesichert und an Land gezogen, aber um die Reichenbachbrücke herum ist Hochufer – und so war der Weg durch die Luft der einzig machbare. Dabei trocknet man ja auch schneller.

Isar: Mann strandet unter Reichenbachbrücke

Isar: Mann strandet unter Reichenbachbrücke

Dazu bedarf’s freilich einer der zehn Drehleitern der Feuerwehr, an der unser Höhenflieger hochgezogen wurde. Und zwar mit einer Rettungswindel. Die kann bis zu 150 Kilogramm tragen (die Drehleiter 400 Kilogramm), das war also kein Problem. Auch die Retter wurden auf dieselbe Art und Weise auf die Brücke gehievt, wenn auch nicht in Unterhosen.

Während der Aktion war die Reichenbachbrücke stadteinwärts eine Stunde lang gesperrt. Dass sich der leichtsinnige Abkühler nicht den Unmut Tausender zuzog, lag am Sonntag: Da war in München wenig los auf den Straßen, sodass es zu keinen großen Behinderungen kam.

M. B.

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