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Wollte Gabalier-Ticket verkaufen: Münchnerin fällt auf ganz neue Masche rein – 900 Euro futsch

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Denise S. wurde um 900 Euro betrogen. Eine angebliche Käuferin wollte ihr über Ebay-Kleinanzeigen eine Konzertkarte abkaufen - und täuschte sie mit einer dreisten Masche
Denise S. wurde um 900 Euro betrogen. Eine angebliche Käuferin wollte ihr über Ebay-Kleinanzeigen eine Konzertkarte abkaufen - und täuschte sie mit einer dreisten Masche. © Privat

Denise S. wollte eine Konzertkarte bei Ebay-Kleinanzeigen verkaufen. Die vermeintliche Käuferin hat ihr 900 Euro abgeluchst – und die Betrüger wollten sogar noch mehr Geld.

München - Fassungslos hält Denise S. (32) aus Trudering ihr Handy in die Kamera. Auf dem Bildschirm ist das Online-Portal Ebay-Kleinanzeigen zu sehen. Sie wollte dort eine Konzertkarte verkaufen – stattdessen ist sie jetzt 900 Euro ärmer. Betrüger haben sie mit einer Masche ausgetrickst und über ihre Kreditkarte abgezockt. Ihr Geld ist weg.

München: Frau will Gabalier-Karte verkaufen – und ist jetzt 900 Euro ärmer

Und so ist der Trick abgelaufen: Am 2. August bekam Denise S. eine Nachricht von einer Person, die sich Hannah nannte. Sie wollte der Truderingerin ein Ticket fürs Andreas-Gabalier-Konzert für 35 Euro abkaufen. Die Frau kontaktierte Denise S. über ein Kleinanzeigen-Konto, das auf einen männlichen Namen lief. Sie dachte sich nichts dabei. Man kenne ja Familien, die gemeinsam ein Konto nutzen, sagt Denise S..

Die vermeintliche Käuferin wollte die Karten über die Funktion „Sicher bezahlen“ erwerben. Ebay-Kleinanzeigen schützt damit Verkäufer und Käufer. Denn das Geld wird zunächst bei einem Zahlungsdienstleister verwahrt. Der Verkäufer bekommt es erst, wenn der Käufer den Erhalt der Ware bestätigt. Kontodaten müssen dafür nicht ausgetauscht werden.

Vorsicht bei Links: Sicher bezahlen auf Ebay-Kleinanzeigen geht anders

Für den Kauf bat die angebliche Käuferin Denise S. um ihre Handynummer. Die sendete sie ihr zu und bekam kurz darauf einen Link per SMS. Da schöpfte Denise S. noch keinen Verdacht. Denn die Seite, die sich öffnete, sah bis ins Detail aus wie der Kleinanzeigen-Auftritt. In Wahrheit war es allerdings eine Fälschung.

Und nun nahm alles seinen Lauf: Auf der Fake-Seite sollte S. ihre Kreditkartennummer eingeben, um an ihr Geld zu kommen. Sie tippte die Nummer ein und sollte dann die Transaktion in ihrer Sparkassen-App bestätigen – aber da hatten der oder die Betrüger bereits Zugriff auf ihr Konto.

„Da merkte ich, dass etwas komisch war“, erzählt Denise S. Um den Betrug zu stoppen, ließ sie umgehend ihre Mastercard sperren – aber zu spät. Denn sie erfuhr dabei, dass jemand insgesamt 2500 Euro angefordert hatte, 900 davon wurden abgebucht – zu einem Bezahldienstleister. Von dort kann es meist nicht zurückgebucht werden.

Ebay-Kleinanzeigen-Betrug in München: Polizei ermittelt noch

Auch im Fall von Denise S. sind die 900 Euro wohl weg. Sie hat den Betrug am selben Tag angezeigt, die Polizei ermittelt noch. Warum 900 Euro abgebucht wurden, weitere Transaktionen aber gestoppt werden konnten, konnte ihr bei der Kartensperrung keiner sagen. Denise S. hatte sich dafür an die zuständige Firma, die Bayern-Card-Services (BCS), gewandt. Laut eines BCS-Schreibens an Denise S. habe sie fahrlässig gehandelt, das Geld werde aus diesem Grund nicht erstattet. Und auch Ebay-Kleinanzeigen zahlt in solchen Fällen nicht für den Schaden, so ein Sprecher auf Nachfrage des Münchner Merkur.

Ein Ausdruck der Kreditkarten-Umsätze zeigt: 900 Euro buchten die dreisten Diebe ab
Ein Ausdruck der Kreditkarten-Umsätze zeigt: 900 Euro buchten die dreisten Diebe ab © Privat

Denise S. wünscht sich, dass Kleinanzeigen-Nutzer alarmiert sind, wenn die Worte „Sicher bezahlen“ im Chat geschrieben werden. Es sei bekannt, dass Betrüger mit vermeintlich sicheren Zahlungen Nutzer austricksen, so der Ebay-Sprecher. Man warne nur beim Austausch sensibler Daten wie IBAN- oder Telefonnummern. Denise S. weiß, dass sie unachtsam war. Sie wolle vorsichtiger sein, sagt sie. Jetzt kennt sie ja die Tricks.

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