OB will Druck machen

Zweiter S-Bahn-Tunnel: Reiter erwartet weitere Verzögerung

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Entscheidung noch 2015? In Sachen zweite Stammstrecke will OB Reiter bei Bund und Land Druck machen.

München - Der geplante Ausbau der Münchner S-Bahn gilt als vordringlich für den Nahverkehr in ganz Südbayern - und könnte sich zur unerreichbaren Fata Morgana entwickeln.

Bayerns derzeit größtes Verkehrsprojekt rückt offenbar weiter in die Ferne. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kann sich eine Eröffnung des zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels „bis 2026 vorstellen“, wie der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur sagte. Fehlende Planfeststellungsbeschlüsse sollten bis Sommer ergehen. Er werde entsprechend bei Land und Bund Druck machen. „Es ist das bundesweit größte Nahverkehrsprojekt“, sagte Reiter.

Nach dem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2011 hätte der Tunnel eigentlich schon Ende 2017 in Betrieb gehen sollen. Der Tunnel könnte nach inoffiziellen Schätzungen bis zu drei Milliarden Euro kosten. Voraussetzung für einen Bau wäre eine abgeschlossene Planfeststellung. Doch daran hakt es. Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich deswegen nach Angaben der Staatskanzlei bereits per Brief an Reiter gewandt.

Demnach könne nach Auskunft des Eisenbahn-Bundesamts der überfällige Planfeststellungsbeschluss für den westlichen Streckenabschnitt nicht ergehen. Der Grund: „Ungeklärte Einzelfragen“ zwischen Deutscher Bahn und Stadtwerken München bei der Verknüpfung der S- und U-Bahnen am Hauptbahnhof.

Seehofer hat nun seinerseits Reiter in dem Brief gebeten, alles in dessen Verantwortungsbereich Stehende zu tun, damit der fehlende Planfeststellungsbeschluss umgehend erlassen werden kann. Die Oberste Baubehörde im Innenministerium sei gerne bereit, mitzuwirken, bot Seehofer an. Die zweite Stammstrecke sei ein zentrales Infrastrukturprojekt für München und Bayern und müsse schnell realisiert werden.

Die größten Anteile an dem Tunnelbau sollen der Freistaat und der Bund tragen, ferner die Bahn. Die Stadt München will sich daran mit 113 Millionen Euro beteiligen. München brauche die zweite Stammstrecke dringend - letztlich sei die Planung lange überfällig, sagte Reiter. „Da sind viele, viele Jahre ins Land gegangen.“

Denn die Stadt platzt aus den Nähten. Bis 2025 wird erwartet, dass die Einwohnerzahl von derzeit 1,5 Millionen auf rund 1,7 Millionen steigt. Parallel treibe die Stadt deshalb die Planungen für den U-Bahnausbau und den Busverkehr voran. Geprüft werden dabei die Verlängerung der U5 nach Pasing, eine Entlastung auf der Nord-Süd-Achse (U9) und eine Tangentialverbindung im Münchner Norden (U26). „Das sind Themen, die wir jetzt angehen müssen, weil München weiter am Wachsen ist.“

dpa

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