80 Münchner beim OB

Reiters Bürgersprechstunde: Jetzt fragt die tz!

In der ersten Bürgersprechstunde von OB Reiter ist der Große Sitzungssaal voll besetzt.

München - Im Wahlkampf hat er es versprochen, jetzt löst er es ein: OB Dieter Reiter (56, SPD) stellt sich in einer Sprechstunde den Bürgern persönlich – mit ihren Fragen, ihren Nöten, ihrem Ärger!

Stadtoberhaupt Dieter Reiter sagt: „Dafür bin ich gewählt worden – damit ich fürdieBürgerdabin.“Mehrals250 Münchner wollten gestern bei der ersten OB-Sprechstunde im Großen Sitzungssaal des Rathauses dabei sein. 80 Bürger wurden ausgelost, sie durften sich zwischen 16 und 20 Uhr auf die Plätze der 80 Stadträte setzen. Jetzt wird das Rathaus zum Bürgerparlament! Vorteil für die Münchner: Sie können ihrem OB erstmals seit Thomas Wimmer in den 50er-Jahren die Meinung ins Gesicht sagen. Vorteil für Reiter: Er kann die Stimmung der Bevölkerung früh fühlen. Die tz hat nachgefragt: Und wo drückt Ihnen der Schuh? Einige Frage blieben in der Sprechstunde aber offen. OB Reiter versprach eine schriftliche Antwort binnen vier Wochen.

David Constanzo

Warum fährt hier der Bus?

Horst Richter (73), Rentner, Obergiesing:

Horst Richter (73), Rentner, Obergiesing: Wir kämpfen seit Jahren gegen die Wendeschleife des 145er Busses an der Kiesmüllerstraße (Fasangarten). Warum müssen die Gelenkbusse durch die engen Wohnstraßen?

Antwort OB Reiter: 

Ich kenne die Lage vor Ort und habe gerade wieder mit Baureferentin und MVG-Chef beieinander gesessen. Ich will das so umgesetzt haben, wie die Bevölkerung vor Ort will: Wenn es im Bezirksausschuss eine Mehrheit gibt, werden wir den Bus da nicht mehr fahren lassen! Aber ich habe keine Lust, dass mir dann die wütenden Anwohner schreiben: Warum fährt der Bus nicht mehr!

Wer sorgt für Ruhe?

Gabriele Gruber (51), Bürokauffrau, Bogenhausen: Mir geht’s um die neue Sperrzeit draußen ab Mitternacht: Wir haben im Arabellapark einen Wirtsgarten vor die Nase gesetzt bekommen, darunter leiden wir sehr. Die Regelung müsste wegen des Lärmschutzes auf 22 Uhr.

Altstadt zur Fußgängerzone?

Helga Huber (36), Kollegiatin, Schwabing-West: Warum wird nicht alles innerhalb des Altstadtrings zur Fußgängerzone? Dann wäre es schöner, da zu flanieren. Autos finden ohnehin keinen Parkplatz.

Wo sollen die Bands üben?

Christoph von Treuberg (19), FSJler, Neuhausen: Wo gibt es bezahlbare Proberäume für Nachwuchsbands? Das war ein Wahlkampfthema von Dieter Reiter. Meine Band „Naked Superhero“ übt im Container in Feldmoching– für 400 Euro im Monat!

Wie schützen wir unser Stadtbild?

Stephan Riedel (55), Anwalt, Schwabing: Warum muss die Architektur das Stadtbild stören – das neue Joseph- Pschorr-Haus in der Fußgängerzone, der geplante Königshof am Stachus oder schon der Kaufhof? Unser Verein fordert eine Gestaltungssatzung für München, damit solche architektonischen Brüche vermieden werden und sich Neubauten einfügen.

Warum die Werbung?

Simon Deuring (19), Student, Schwabing: Warum wird die Stadt zunehmend kommerzialisiert – mit Litfaßsäulen, Autos mit Plakaten, Werber im Englischen Garten und Fahrgast-TV in der U-Bahn?

Antwort OB Reiter: München ist die Stadt mit den wenigsten Werbeflächen aller Großstädte. Berlin sieht ein bisschen anders aus. Wir haben sogar werbefinanzierte Toiletten abgelehnt. Auch die Bezirksausschüsse sind äußerst restriktiv. In den letzten Jahren sind die Werbeflächen auch nicht mehr geworden. Wir werden bei dieser Linie bleiben. Und zum Fahrgast- TV: Sie sind der erste, der sich beklagt. Wir hatten bislang eher Anfragen, wann es endlich beginnt.

Wann geht’s im Hort voran?

Meike Wendt (42), Redakteurin, Sendling: Verglichen mit der Hort-Suche anderer Mütter, ist es bei mir Jammern auf hohem Niveau: Unsere Elterninitiative macht die Betreuung an der Gotzinger Schule nach dem Unterricht im Klassenzimmer. Seit einem Jahr warten wir auf Räume und Zuschüsse. Warum geht nix voran?

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