Tod nach 40 Jahren

Reiterstaffel trauert um Polizei-Pony Tipsi

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Typisch Tipsi: So stand sie viele Jahrer lang im Innenhof des umzäunten Geländes der Polizei-Reiterstaffel.

München - Sie hatte keine besondere Aufgabe. Sie war einfach nur da - jahrzehntelang. Nun jedoch ist ihr Platz leer: Das Shetland-Pony Tipsi – Maskottchen der Münchner Reiterstaffel der Polizei – lebt nicht mehr.

Im biblischen Ponyalter von etwa 40 Jahren musste Tipsi eingeschläfert werden.

Eine Reiterstaffel ist kein Ponyhof, sondern eine Polizeieinheit. Darüber wacht der Chef, Andreas Freundorfer. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel – und diese Ausnahme hatte vier Beine, ein liebes Herz und den typischen Pony-Dickschädel. In den Annalen der Reiterstaffel ist vermerkt, dass Tipsi im Jahr 1981 bei einem Wanderzirkus aus schlechter Haltung beschlagnahmt wurde. Damals war sie bereits mindestens fünf, eventuell auch schon zehn Jahre alt. Nach einem kurzen Intermezzo im Riemer Tierheim kam das magere, schon damals auf einem Auge erblindete Pony zu den Polizeireitern: „Man fand niemanden, der sie haben wollte. Und so ist sie dann einfach hier geblieben. Übrigens als einzige Dame im Stall, denn unsere derzeit 41 Polizeipferde waren und sind alle Wallache“, so Freundorfer.

Weil sie so klein war, wurde ihr Futtertrog tiefer gelegt. Trinken musste sie aus dem Eimer, denn an die Tränke kam sie auch nicht heran. Im Sommer magerte die Pony-Seniorin ab, konnte kaum fressen, bekam eine schwere Kolik. „Der Tierarzt konnte nicht mehr helfen und hat ihre Leiden beendet.“

Zwischen all den Andenken in der Reiterstube hängt seitdem der Messing-Beschlag von ihrer Stalltüre mit der Gravur „Tipsi 1981“. So wird für immer ein Teil der Reiterstaffel bleiben.

Dorita Plange

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