Reitstadion braucht neue Baugenehmigung

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Für die einen Kunst, für die anderen Lärmbelästigung: Auch „Coldplay“ traten jüngst im Reitstadion auf.

München - Können im Olympia-Reitstadion in Riem weiterhin Open-Air-Konzerte namhafter internationaler Künstler wie Pink, Coldplay oder Nelly Furtado stattfinden? Die Stadt fordert eine neue Baugenehmigung.

Die Stadt will dies künftig nur noch erlauben, wenn für das Reitstadion eine entsprechende Baugenehmigung vorgewiesen werden kann. Die Olympia-Reitanlagen GmbH will sich darum bemühen, muss dies aber vorher noch mit ihren Gesellschaftern diskutieren.

Bislang sind die Konzerte im Riemer Reitstadion vom Kreisverwaltungsreferat immer als Einzelveranstaltungen genehmigt worden. Dies gehe künftig nicht mehr, erklärt Ulrike Klar vom Planungsreferat. „Das Reitstadion ist zu den Olympischen Spielen 1972 als Reitanlage gewidmet worden.“ Für eine erweiterte Nutzung als Konzertarena brauche es einen Bauantrag mit entsprechender Widmungsergänzung. Die Stadt habe ein entsprechendes Konzept vom Betreiber angefordert, bislang aber noch nichts gehört, so Klar. „Für dieses Jahr sind sowieso keine weiteren Großveranstaltungen im Reitstadion geplant“, auch für 2011 lägen noch keine Anfragen für musikalische Großveranstaltungen vor.

Bei dem umfassenden Bauverfahren werden alle Aspekte einschließlich An- und Abfahrt oder Stellplätze genau geprüft werden. Auch Anliegerinteressen fließen hier mit ein.

Auf der jüngsten Bürgerversammlung in Trudering war ein Anwohner mit seiner Forderung nach einem Verbot derartiger Großveranstaltungen in Riem abgeblitzt. Auch im Bezirksausschuss Trudering-Riem wollte man solch eine rigorose Linie nicht mittragen. Es müsse in München auch ein Angebot für junge Leute geben, zudem handle es sich nur um wenige Termine im Jahr. Allerdings sieht man bei 25 000 Besuchern die Auslastungsgrenze für das Gelände erreicht.

Nach dem Pink-Konzert hatte es auch aus Bogenhausen Lärmbeschwerden gegeben. Tatsächlich ergaben sich aus dem entsprechenden Lärmgutachten Überschreitungen, die gegenüber dem Veranstalter geahndet wurden.

Vor einem Bauantrag für das Reitstadion müssten erst die Gesellschafter, fünf Perdesport- und Pferdezuchtverbände, über eventuelle Investitionen und Folgen informiert werden, erklärt Gabriele Falter, Geschäftsführerin der Olympia-Reitanlagen GmbH. Mehr als ein oder zwei Konzerte pro Jahr werde es jedoch nie in Riem geben. „Wir haben nicht das Ziel, hier eine Eventlocation zu installieren, bei der sich die Künstler die Klinke in die Hand geben.“ Die Reitsportveranstaltungen hätten absoluten Vorrang. Konzerte könnten nur stattfinden, wenn zwischendurch ein Termin frei sei. So gehe beispielsweise vor der „Pferd International“ im Juni 2011 wegen der Rasenabnutzung gar nichts.

„Das sind ja auch keine Radaukonzerte, da kommen keine Hooligans, die Leute sind eher total entspannt“, verdeutlicht Falter. Auflagen wie Dezibel-Beschränkungen würden eingehalten, beteuert Falter. Zudem sei wie von der Stadt angeordnet um 22 Uhr Schluss. Die Landshamer Straße werde übrigens vor und nach den Konzerten gereinigt. „Die ist dann sauberer als übers Jahr.“

Carmen Ick-Dietl

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