Freunde trauern bei Facebook

Rekordversuch im Himalaya: Basti Haag aus Grünwald tot

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Trauer um Sebastian Haag. Er starb bei einem Rekord-Versuch am Himalaya.

Lhasa/Kathmandu - Sie wollten innerhalb von zwei Wochen zwei 8000er besteigen: Bei einem Rekordversuch im Himalaya sind zwei Bergsteiger von einer Lawine getötet worden, darunter Basti Haag aus Grünwald. Die Trauer ist groß.

Auf der Facebookseite des sympathischen Extrem-Bergsteigers sprechen Freunde und Bekannte ihre Anteilnahme aus. Es sind rührende Kommentare, zum Beispiel: "Und eines ist klar: Egal, wo Du jetzt bist - die werden alle Hände voll mit Dir zu tun haben! A Münchner im Himmi - HALLELUJA".

Seit Stunden reiht sich ein Trauer-Post an den anderen. Viele, viele Menschen werden den lebensfrohen 36-Jährigen vermissen.

Die Berge waren sein Leben 

Die Berge waren sein Leben. Jetzt sind sie ihm zum Verhängnis geworden: Basti Haag (36), Speed-Skibergsteiger aus Grünwald (Kreis München), ist in Tibet am Shisha Pangma (8013 Meter) von einer Lawine in den Tod gerissen worden. Mit ihm starb auch der Italiener Andrea Zambaldi (42). Beide gehörten dem Team des Skitourenausrüsters Dynafit an. Ziel der Expedition „Double8“ war es, die beiden Achttausender Sisha Pangma und Cho Oyu (8201 Meter) innerhalb von sieben Tagen zu besteigen und die Strecke zwischen beiden Gipfeln zu Fuß und per Mountainbike zurückzulegen.

So weit kam es nicht. Gegen 6.55 Uhr Ortzeit löste sich am Mittwoch knapp 100 Meter unterhalb des Gipfels eine Lawine. Sie riss Haag, Zambaldi sowie den deutschen Bergsteiger Martin Maier (40) etwa 600 Höhenmeter über steile Gletscher in die Tiefe. Der Münchner Speedbergsteiger Benedikt Böhm (37), langjähriger Tourenpartner von Basti Haag, und der Schweizer Ueli Steck (beide waren ebenfalls in Gipfelnähe) versuchten, sich hinunter zur Lawinenzone zu kämpfen, fanden aber keinen Zustieg.

Eines der letzten Bilder vor der Tragödie - Sebastian Haag (l.) und Benedikt Böhm.

Übers Basislager lief nun der Rettungseinsatz an. „Am Donnerstagmorgen konnte Martin Maier, der selbstständig Camp 3 erreicht hatte, von einem Sherpa bei Bewusstsein in Empfang genommen werden. Er ist auf dem Weg ins Basecamp“, teilte Beni Böhm per Satellitentelefon mit. Sonst hatte er leider nur schlechte Nachrichten: „Basti Haag und Andrea Zambaldi sind von der Lawine verschüttet und konnten nicht gefunden werden.“ Die beiden Münchner Böhm und Haag sind seit langen Jahren miteinander befreundet. Sie bestiegen die letzten Jahre immer wieder Gipfel in Höchstgeschwindigkeit und fuhren mit Skiern ab. Beim Lawinenunglück am Achttausender Manaslu, bei dem 2012 acht Menschen ums Leben kamen, waren die beiden Bergsteiger aus München zur Stelle, um Verschüttete zu retten.

Die Expedition hatte von Beginn an eine große Öffentlichkeit: Spiegel Online hat die Bergsteiger begleitet.

mbe/tz/kg

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