Rente, nein danke! Emil Mock ist 70 Jahre im Job

München - Christine Haderthauer hat am Dienstag in der Residenz 17 Arbeitsjubilare aus ganz Bayern ausgezeichnet, die 40 Jahre und länger (!) ihrer Firma treu waren. Die tz stellt zwei der Geehrten vor.

Lebenslange Firmentreue – in Zeiten, in denen viele von einem Minijob zum anderen hetzen (müssen) oder froh sind, einen befristeten Arbeitsvertrag ergattert zu haben, klingt das wie aus einer anderen Welt. Aber es gibt glücklicherweise auch immer noch Menschen, die sich nicht nur mit ihrer Arbeit identifizieren, sondern die ihr Leben lang damit auch Freude haben. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer zeichnete am Dienstag in der Residenz 17 Arbeitsjubilare aus ganz Bayern aus, die 40 Jahre und länger (!) ihrer Firma treu waren. Die tz stellt zwei der Geehrten vor.

70 Jahre bei der Versicherung

Emil Mock war 14, als er am 15. April 1942 in München bei der Bayerischen Versicherungskammer als Lehrbub anfing. Heute, mit 84 (!), ist er immer noch dabei, als Subdirektor in Landshut. Dorthin wechselte er 1962, als er nach 20 Jahren im Innendienst den Sprung in den Außendienst schaffte. Einfach war das nicht. Der junge Familienvater klapperte seine Kunden noch mit den Radl ab. Heute betreut er einen Sachbestand von rund vier Millionen Euro. Unterstützt wird er dabei von seiner Tochter Andrea und zwölf Mitarbeitern. Spaß hat er immer noch an der Arbeit – „das macht der Kundenkontakt!“ Aber eines macht ihm zu schaffen: „Der Ruf der Branche hat stark gelitten, wir sind noch unbeliebter als Politiker …“ Trotzdem hat er es nie bereut, dass sich sein Bubentraum nicht erfüllt hat, „denn eigentlich“, so erzählt er schmunzelnd, „wollte ich mal Zahnarzt werden“.

Seit 60 Jahren im Kaufhaus

Wer 1952 in Traunstein eine Lehrstelle ergatterte, der freute sich wie über einen 6er im Lotto. Und so war Gisela Saller (2. v. li.) , Flüchtlingsmädel aus Schlesien, überglücklich, als sie im Kaufhaus Unterforstner ihren Vertrag unterschreiben durfte. Zehn Stunden in den Verkaufsräumen, danach die Ware an die Kunden ausliefern, und das für 17 Mark im Monat! Das war nicht einfach, aber für Gisela Saller nie Grund zu jammern. Bald war sie im Haus die Expertin für Miederwaren und die Frau, die den folgenden Lehrlingsgenerationen mit Rat, Tat und viel Herz zur Seite stand. Ihre Chefin Annerose Dirnberger (2. v. re.), die sie am Dienstag mit den beiden Töchtern Petra und Andrea zur Ehrung begleitete, schätzt an Gisela Schaller vor allem eins: „Dass sie es bis heute schafft, junge Menschen für unseren Beruf zu begeistern.“ Und sich selbst auch immer noch: „Am Donnerstag steh ich wieder im Verkauf“, freute sie sich auch der Ehrung am Dienstag schon wieder auf die Arbeit.

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