Renten-Räuber: Bank bremst die Polizei aus

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Die Räuber hatten es auf die Rente der Opfer abgesehen (Symbolfoto)

München - Die Arbeit der Polizei auf der Suche nach den Renten-Räubern wird offenbar ausgebremst. Eine der Banken, in denen die Opfer ausspioniert worden waren, will die Videoaufzeichnungen nicht herausrücken.

Ihre Opfer sind Senioren, die gerade viel Bargeld von der Bank geholt haben. Mit einem Trick lenken die Täter die Rentner ab, ziehen ihnen das Geld aus der Tasche. Vier Überfälle gehen schon auf das Konto der Renten-Räuber, die in wechselnder Besetzung mehr als 9000 Euro erbeutet haben. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck, hat eigens eine Ermittlungsgruppe gegründet.

Doch ihre Arbeit wird offenbar ausgebremst. Eine der Banken, in denen die Opfer ausspioniert worden waren, will die Videoaufzeichnungen nicht herausrücken – wegen datenschutzrechtlicher Bedenken. Dabei wäre es wichtig für die Polizei, die Filme zu sichten. „Wir gehen davon aus, dass die Täter im Schalterraum waren und ihre späteren Opfer beobachtet haben“, erklärt ein Polizeisprecher.

Die Täter-Gruppe ist offenbar sehr mobil. Die Tatorte liegen in vier verschiedenen Stadtteilen. Derzeit checken die Beamten die Videoaufzeichnungen von U-Bahnhöfen und Trambahnen in der Nähe der Tatorte Neuhausen, Laim, Schwabing und Obergiesing. „Möglicherweise haben die Täter öffentliche Verkehrsmittel benutzt“, sagt Gottfried Schlicht von der Münchner Polizei.

Vier Senioren haben die Renten-Räuber allein in drei Tagen ausgenommen. Das bislang letzte Opfer der Abzock-Serie sprachen die Täter am Freitag an der Schwanseestraße an. Zwei Männer mit südosteuropäischem Aussehen fingen einen 75-jährigen Obergiesinger vor dessen Haustür ab. Der Senior war gerade von seiner Bank gekommen und hatte mehrere Tausend Euro abgehoben. Die Täter fragten nach einer Adresse, fuchtelten mit einem Stadtplan herum. Derart abgelenkt merkte der Rentner nicht, dass einer der Männer ihm das Geldkuvert aus der Jacke zog. Auch die drei anderen Opfer wurden auf diese Weise abgelenkt und abgezockt.

Hinweise auf die Täter an die Polizei unter Telefon 089/2 91 00.

Jacob Mell

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