Die Bande der Schande

München - Die Justiz verfügt über Bilder der Renten-Räuber – gibt sie aber nicht frei. Warum das so ist, lesen Sie hier.

Wie lange will die Justiz noch warten, um die Bilder dieser Bande der Schande endlich für die Öffentlichkeitsfahndung freizugeben? Seit Anfang November bespitzeln, verfolgen und bestehlen zwei Männer und eine Frau alte Menschen, die in der Bank höhere Geldsummen abhoben. Mittlerweile sind bereits sechs Fälle mit einem Gesamtschaden in Höhe von 11 000 Euro bekannt.

Die Beunruhigung ist groß, weil die Täter vermutlich noch in der Stadt unterwegs sind. Auf Filmen der Videoüberwachung in der U-Bahn haben Opfer die Bande eindeutig identifiziert. Das bestätigte auf Anfrage auch der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Thomas Steinkraus-Koch: „Es wird im Falle der sogenannten „Rentenräuber“ eine solche Öffentlichkeitsfahndung geben. Die Bildauswertung hat hier ergeben, dass von mindestens drei Tätern auszugehen ist, so dass eine bandenmäßige Begehungsweise als Anfangsverdacht begründet werden kann. Nunmehr liegt der Polizei Videomaterial von einer U-Bahnstation vor, das für eine Öffentlichkeitsfahndung geeignet ist.“

Die Bilder wurden bereits an die zuständige Staatsanwältin weitergereicht, die es einem Richter zur Freigabe vorlegen muss. Aber wann? Auf diese Frage gab es am Dienstag keine Antwort. Steinkraus-Koch: „Das ist Sache des Richters.“ Wie auch immer: Die Erfahrung zeigt, dass viele Täter nach einer Öffentlichkeitsfahndung mit Bildern sehr schnell erkannt und geschnappt werden.

Wie die Polizei vermeldete, werden der Bande zwei weitere Fälle vom 2. November in Laim und am Ostbahnhof zugerechnet. In Laim blieb es beim Versuch. Am Ostbahnhof wurden einem 85-Jährigen nach dem Bankbesuch auf dem Bahnsteig mehr als 1000 Euro aus der Jacke gezogen.

Dorita Plange

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