Nach Sturz am S-Bahnhof

Rentner bekämpft Stolperfalle in der Fasanerie

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Harald Landgraf zeigt mit dem Meterstab, wie hoch die Kanten sind.

Fasanerie - Unebenheiten im Boden machen den S-Bahnhof Fasanerie zur Stolperfalle. Jetzt greift der Münchner Rentner Harald Landgraf (70) ein. Er ist selbst ein Opfer.

Es sind nur ein paar Zentimeter – aber die sind richtig gefährlich! Jene Unebenheiten im Boden, die den S-Bahnhof Fasanerie zur Stolperfalle machen. Hier stürzte der Münchner Rentner Harald Landgraf (70) über Kanten im Boden, die sich durch abgesenkte Gehwegplatten gebildet hatten. Obwohl sich Landgraf dabei verletzte, sieht die Bahn keinen Anlass, ihn dafür zu entschädigen – mit einer unglaublichen Begründung…

Landgraf: „Ich bin am 4. September um 16.30 Uhr an einer etwa zwei Zentimeter hochstehenden Gehwegplatte gestürzt. Das Knie war aufgeschlagen und hat geblutet, die neue Kniebundhose hat ein Loch.“ Landgraf berichtet, dass der gesamte Bereich des Bahnhofs seit 100 Jahren nicht mehr repariert worden sei. Und, so der Rentner weiter: „Dementsprechend sieht er aus. Mit Aufwölbungen und Senkungen, in der Längsrichtung verwunden, nach rückwärts stark abgesunken, Gehwegplatten und Randsteine stehen bis zu vier Zentimeter hoch.“

Harald Landgraf (70)

Als sich der Rentner an die Bahn wandte, wurde jegliche Entschädigung abgelehnt. Von der Pressestelle heißt es: „Nach ständiger Rechtsprechung können sich Reisende und Passanten nicht darauf verlassen, dass im öffentlichen Raum ein Bodenbelag völlig eben ist. Geringfügige und leicht erkennbare Unebenheiten stellen keine schuldhafte Verletzung der Verkehrssicherungspflicht dar.“ Vergleichbare Urteile beträfen nicht nur Bahn-Anlagen, sondern auch andere öffentlich zugängliche Plätze. Im übrigen werde der Bahnhof „täglich von hunderten Menschen genutzt, ohne dass uns ähnliche Schadensfälle wie bei Herrn Landgraf bekannt geworden sind“.

Die Bahn besprühte allerdings die unebenen Flächen am Bahhof mit gelben und orangefarbenen Markierungen. Das war’s dann aber auch. „Weil wir keine akute Gefahr für Fahrgäste und Passanten erkennen können und aktuell keine Baumaßnahmen an der Station Fasanerie anstehen, gibt es noch keinen Termin für eine Sanierung der beanstandeten Fläche“, so ein Bahn-Sprecher.

Harald Landgraf hat derweil selber die Initiative ergriffen. Er hat Schilder aufgehängt, mit denen er andere Fahrgäste vor der Stolperfalle warnt.

Johannes Welte

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