Hund Bareny: Lieb & zu teuer

Rentner kann sich Behandlung nicht leisten

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Dietmar Gaiser mit (v. li.) Stephanie Schwertler, Dr. Bianca Stützer, Rentner Willi H. und seinem Hund Barney in der Tierklinik Fotos

München - Wir haben diesmal einem Hundehalter geholfen, der sich den Tierarzt nicht leisten kann. Solche Fälle gibt es immer mehr, denn gerade bei älteren Tierhaltern ist das Geld oft knapp.

Ich habe viele Jahre im Sozialbereich gearbeitet und weiß, wie wichtig für ältere Menschen ihre Tiere sind. Ein Hund oder eine Katze sind oft die einzigen Ansprechpartner, die ihnen geblieben sind. Sozialmediziner wissen längst, dass Tiere manchmal wichtiger sind als irgendwelche Medikamente. Nun ist aber die Altersarmut eine nicht mehr wegzudiskutierende Tatsache. Deswegen können sich viele ältere Menschen ihre Tiere nicht mehr leisten. Das geht bei den Futterkosten an und endet bei den Tierarztkosten. Ich betreue so einen Fall. Herr Willi H. ist ganz vernarrt in seine Dackelmischung Barney, aber die Tierarztkosten übersteigen seine Möglichkeiten immer mehr. Kann uns der Bürgeranwalt helfen?

Peter Thomas, Rentner aus Freising

Antwort des tz-Bürgeranwalts

Tatsächlich ist gerade für ältere Menschen ein Viecherl oft die beste Medizin, um dem Leben einen Sinn zu geben. Und leider sieht die Sozialgesetzgebung in solchen Fällen keine Hilfe vor. Wir telefonierten also alle Stellen ab, die infrage kommen, um dem Mann mit seiner Dackelmischung zu helfen, und landeten in der Medizinischen Kleintierklinik der Uni München bei der Oberärztin Dr. Bianca Stützer und der Tierärztin Stephanie Schwertler. Sie nahmen sich unseres Falles an und unterzogen Barney einer gründlichen Untersuchung. Für die dafür anfallenden Kosten hatten wir einen Sponsor gefunden.

Für die Fachleute ist es wichtig, dass Tiere regelmäßig und gründlich untersucht werden – „wie Menschen auch“, so Oberärztin Dr. Stützer. Zu dieser Untersuchung gehören unter anderem ein Check der Zähne, des Herzens, der Lunge, der Lymphknoten, der Läufe und die genaue Prüfung, ob alle Impfungen ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Diese Gesundheitsvorsorge sollte einmal im Jahr vorgenommen werden. „Nur so kann man einigermaßen sicher sein, dass es dem Tier gut geht und man im Ernstfall nichts versäumt. Es gibt nämlich viele Krankheiten, die der Laie nicht als solche erkennt, die aber für einen Tierarzt, wenn er sie frühzeitig erkennt, relativ leicht in den Griff zu bekommen sind“, betont Dr. Stützer.

Peter Thomas und der Hundebesitzer Willi H. sind natürlich froh, dass ihnen der Bürgeranwalt zu der Untersuchung in der Tierklinik verholfen hat, allerdings bleibt das grundsätzliche Problem ungelöst: Wie könnte man älteren Menschen, für die ihr Viecherl Lebensinhalt ist, finanziell helfen? Eine Möglichkeit ist die Tiertafel in München. Allerdings geht es dort um Futter für die Tiere und nicht um medizinische Hilfe.

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