Rentner quält Katze zu Tode

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Kater Rocco tappte in die Falle des Rentners.

München - Er lockte das Tier in eine Falle und quälte es bis zum Tod: Ein 73-jähriger Rentner aus Moosach hat den Kater seines Nachbarn am Heiligen Abend brutal getötet.

Er richtete einen Wasserstrahl auf das eingesperrte Tier, bis es ertrank. Möglicherweise war der Kater mehrere Tage in der Gewalt des Mannes – seine Besitzer suchten ihn schon länger. Den Rentner erwartet nun ein Verfahren wegen Tierquälerei und eine Zivilklage, die Andreas O., Besitzer des Katers, anhängen will.

Seit dreieinhalb Jahren lebte Kater Rocco bei Familie O. in Moosach. „Wir haben ihn bekommen, als er acht Wochen alt war“, sagt Andreas O. „Seitdem gehörte er fest zur Familie.“ Deshalb war die Aufregung groß, als der Kater am Abend des 13. Dezember nicht heimkehrte. „Er war vorher noch nie verschwunden“, sagt Andreas O. Gemeinsam mit seiner Frau klebte der 50-jährige Versicherungskaufmann Plakate im Viertel, verteilte 200 Wurfsendungen mit Roccos Foto – niemand meldete sich. Zehn Tage vergingen ohne ein Lebenszeichen. Dann, am Morgen des 24. Dezember, der furchtbare Anruf: „Die Tierrettung war dran und hat uns gesagt, dass unser Nachbar grade den Rocco getötet hat.“

Der 73-Jährige – Andreas O. hat ihn „vorher noch nie gesehen“ – hatte in seinem Garten offenbar Fisch ausgelegt, der Katzen in eine Lebendfalle locken sollte. „Solche Fallen werden im Tierschutz für Impfaktionen verwendet“, sagt Birgit Schwarzmann von der „aktion tier - Tierrettung München“. Das käfigartige Gebilde, das der Rentner verwendete, ist eigentlich für Marder gedacht. Kater Rocco tappte ahnungslos hinein.

„Wir hoffen, dass er nicht die ganzen zehn Tage dort gefangen gehalten wurde“, sagt Andreas O. Tierärztin Schwarzmann befürchtet jedoch genau das: „Eine Nachbarin hat uns erzählt, dass schon seit einer Woche Katzenlaute aus der Garage kamen.“

Zwei Nachbarn sind es schließlich auch, die am 24. Dezember die Polizei rufen. Sie beobachten gegen 9.40 Uhr zunächst, wie der Rentner einen Wasserstrahl auf den Kater im Käfig richtet. Als sie ihn auffordern, das Tier freizulassen, blafft er: „Das geht Sie nichts an!“ Da wählen die Nachbarn den Notruf. Als die Polizei eintrifft, ist die Katze zunächst verschwunden. Erst auf Drängen der Beamten holt der alte Mann einen Müllsack aus der Garage. In diesem Sack liegt Rocco – noch lebend. Doch es ist zu spät für den Kater: Noch bevor die alarmierte Tierrettung eintrifft, stirbt Rocco. „Uns blieb nur, den Kater über den Mikrochip zu identifizieren und den Besitzer anzurufen“, sagt Schwarzmann.

„Unser Weihnachtsfest war gelaufen“, sagt Andreas O. „Wir haben alles abgesagt.“ Das kleine Kind ist erst vier Monate alt, versteht zum Glück noch nicht, was passiert ist. „Aber ihm fehlt der Kater“, sagt der Papa. Andreas O. hat seinen Nachbarn direkt nach der Tat gefragt, wieso er das getan hat. „Er hat mich nur angegrinst.“ Auch gegenüber der Polizei zeigte sich der 73-Jährige nach Angaben eines Sprechers kein bisschen einsichtig.

Auf grundloses Töten oder Quälen eines Wirbeltieres steht nach Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

A. Gerke

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