Mini-Erhöhung

Rentner rechnen vor: So wenig kriegen wir mehr

München - Diese Erhöhung ist die Höhe … Seit dieser Woche – ganz genau seit dem 1. Juli – gibt’s für die rund 20 Millionen Ruheständler in Deutschland mehr Rente. Münchner Rentner rechnen vor, wie wenig sie mehr kriegen,

In den neuen Bundesländern liegt das Plus bei 3,29 Prozent, in den alten (und damit auch in Bayern) allerdings bei lediglich 0,25 Prozent. Das ist zwar mehr als gar nix – aber doch so wenig, dass es bei den meisten Rentnern noch nicht mal den Gegenwert eines warmen Mittagessens ausmacht. Und gleichzeitig knabbert die Inflation (zuletzt 1,8 Prozent) deutlich am Geldbeutel. Was heißt das für den Alltag? Wie viel (oder besser gesagt: wie wenig) bekommen die Rentner jetzt mehr? Und was halten sie davon? Wir haben nachgefragt: Auf dieser Seite machen vier Münchner Rentner für uns den Kassensturz:

Patricia Kämpf

 

Zurückschicken!

Ich bekomme seit dem 1. Juli monatlich genau 2,09 Euro mehr als bisher. Dafür kann ich mir nicht mal eine Halbe Bier kaufen. Wissen Sie was? Am liebsten würde ich das Geld zurückschicken! Und zwar unfrei, damit die das Porto selber draufzahlen müssen. Diese Erhöhung ist wirklich eine Frechheit! Das Einzige, was ich mir noch vorstellen könnte: Wenn ich das ­Zusatz-Geld ein Jahr lang zurücklege, dann könnte es grad so reichen, dass ich davon einmal zum ­Mittagessen ins Hofbräuhaus gehe …

Udo Altmann (72) aus ­München

 

Ein Kaffee

Die Renten-Erhöhung: Das sind für mich 1,10 Euro im Monat, damit kommen dann insgesamt 539,10 Euro raus. Was ich mit der Erhöhung vorhabe? Ich werde das Geld wahrscheinlich sinnlos verprassen! Vielleicht reicht es ja grade für einen Kaffee bei McDonald’s. Die Erhöhung ist ein Witz, ein absoluter Schmarrn, den man sich hätte schenken können. Ich jedenfalls fühle mich – Entschuldigung – sehr verarscht.

Annelie Cerny (69), ­Rentnerin, München

 

Ändert nichts

Ich glaube, ich bekomme nur ein paar Euro mehr als bisher – bei einer ­Gesamtsumme von ­ungefähr 2000 Euro. Diese Erhöhung ist so minimal: Da hätte man es eigentlich gleich bleiben lassen ­können. Wir haben auch schon öfters an unserem Stammtisch über dieses Thema gesprochen – da sind im Prinzip alle der ­gleichen Meinung. Eigentlich ändert sich gar nichts.

Helmuth Stockinger (78) aus Starnberg

 

Ungerecht

Ich bekomme bei insgesamt 1100 Euro eine Erhöhung von 1,60 Euro. Ich verstehe das nicht – man hört doch, dass die Rentenkassen gut gefüllt sind. Eigentlich müssten sich die Senioren stärker aufregen. Was ich ungerecht finde, ist, dass die Erhöhung im Westen geringer ausfällt als im Osten. Die Politiker bekommen bei den Wahlen die Quittung …

Helmut Baum (75) aus München

 

 

 … und alle arbeiten länger

Wir werden immer älter – und wir arbeiten auch immer länger. Das zeigen die neuesten Zahlen der Rentenversicherung. Demnach sind die Deutschen im Jahr 2012 so spät in Rente gegangen wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Der durchschnittliche Mann war an seinem letzten Arbeitstag 61,2 Jahre alt – im Vorjahr waren es noch 60,9 Jahre gewesen. Gleichzeitig stieg das Renteneintrittsalter bei den Frauen von 60,8 auf 61 Jahre. Immerhin: Damit gibt’s weniger Abzüge beim Einkommen. Lagen die Einbußen im Jahr 2011 noch bei 109,15 Euro, so waren es im Jahr 2012 noch 87 Euro monatlich, auf die der Durchschnitts-Rentner verzichtete.

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