Von Unbekanntem zu Fall gebracht

„Ich könnte tot sein“ - Rentner wurde Rolltreppe hinunter gerempelt

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Am Unfallort: Diese Rolltreppe ist Franz Kinker (81) hinuntergestürzt.

Franz Kinker hat einen echten Horrorunfall überlebt. Weil ihn ein Unbekannter anrempelt, stürzt der Rentner die steile Rolltreppe am Marienplatz hinunter. Er wird schwer verletzt.

München - Als Franz Kinker an den Tatort zurückkehrt, muss er tief durchschnaufen. Der Schock sitzt immer noch tief. Schaudernd zeigt Kinker auf die lange, steile Rolltreppe am Marienplatz. Dort hätte er fast sein Leben verloren. „Ich könnte tot sein!“ Ein Passant hatte den 81-jährigen Rentner so heftig angerempelt, dass der alte Mann stürzte und erst im Krankenhaus wieder zu sich kam. Diagnose: Schädelbruch.

Es sei am 7. Januar gegen 21.30 Uhr gewesen, sagt der Haderner. „Ich war gerade auf dem Weg nach Hause.“ Wer die Rolltreppe hinunter zur U3/U6 kennt, weiß, wie steil es hier in die Tiefe geht. „Ich habe mich ganz rechts hingestellt, unterm linken Arm hatte ich ein großes Paket“, sagt Kinker. Auf halbem Weg nach unten passierte es dann: „Ich habe gemerkt, wie jemand von hinten herangestürmt ist. Er ist an meinem Paket hängen geblieben und hat mit seinem Bein mein linkes Bein mitgerissen.“ Ab da habe er keine Erinnerungen mehr. „Ich bin erst im Krankenhaus wieder zu mir gekommen. Ich war zweieinhalb Stunden bewusstlos, haben die Ärzte gesagt.“ Passanten hatten den Notarzt alarmiert.

Rolltreppen-Stürze durch Fremdverschulden laut MVG selten

Der rabiate Rempler hatte den schwer verletzten Mann einfach liegen lassen. Laut Matthias Korte von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zum Glück ein Einzelfall: „Rolltreppen-­Stürze durch Fremdverschulden kommen sehr selten vor.“ In der Regel sei Eigenverschulden die Ursache, häufig sei auch Alkohol im Spiel.

Korte: „Unsere Statistik verzeichnet pro Jahr rund 150 bis 200 Vorfälle auf Rolltreppen - eine geringe Zahl, wenn man sie in Relation damit setzt, dass 771 Rolltreppen jeden Tag von Hunderttausenden Fahrgästen genutzt werden.“

Gleichgewichtsstörungen, rasende Kopfschmerzen, Taubheit im rechten Ohr

Kinker wurde zwei Wochen lang im Krankenhaus behandelt - ein Blutgerinnsel im Kopf konnte ausgeschlossen werden. Wieder daheim, gingen die Probleme erst richtig los: Gleichgewichtsstörungen, rasende Kopfschmerzen, Taubheit im rechten Ohr. „Es war schlimm. Ich konnte nicht alleine aufstehen, meine Frau musste mir immer hochhelfen.“ Erst seit August gehe es ihm wieder besser. „Ich war sechs Wochen bei der Akupunktur, das hat mir sehr geholfen.“ Außerdem habe er einen starken Ansporn gehabt: „Ich wollte zum Wiesneinzug wieder fit sein.“ Er war dann auch dort, marschierte neben dem Münchner Kindl.

Die Horrorfahrt auf der Rolltreppe wird er aber so schnell nicht vergessen. Anzeige hat er nicht erstattet. „Das bringt ja nichts. Es gab keine Zeugen, und ich habe nichts gesehen, weil alles so schnell ging.“

Daniela Schmitt

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