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Rentner trickst Betrüger aus: Wie ein 80-Jähriger Münchner der Polizei half, falsche Polizisten festzunehmen

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Von: Andreas Thieme

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Die Zahlen des Callcenter-Betrug steigen massiv an: 2020 gab es in München 6113 Fälle mit 4,2 Millionen Euro Schaden
Die Zahlen des Callcenter-Betrug steigen massiv an: 2020 gab es in München 6113 Fälle mit 4,2 Millionen Euro Schaden © Julian Stratenschulte (dpa)

Bei mehreren Millionen Euro liegt jährlich der Schaden durch Organisierten Callcenter-Betrug - allein in München. Immer wieder fallen Senioren auf die perfide Masche rein. Doch kürzlich hat ein 80-Jähriger eine Betrügerbande reingelegt und verhalf der Polizei zu einer Festnahme.

München - Diese ältere Herr war schlauer als die Telefon-Betrüger! Ein 80-Jähriger hat am Donnerstag in der Ganghoferstraße (Schwanthalerhöhe) eine Bande falscher Polizisten reingelegt und der richtigen Polizei zu einer wichtigen Festnahme verholfen.

Als die Betrüger dem Rentner am Telefon mitteilten, seine Tochter hätte einen tödlichen Autounfall verursacht und er müsse nun 50000 Euro Kaution zahlen, glaubte der Rentner ihnen das nicht – und wählte parallel zum eigentlichen Anruf am Festnetz zusätzlich noch den Notruf 110. So konnte die echte Polizei einen Kurier der Betrügerbande noch vor Ort festnehmen. Der wollte die 50000 Euro abholen, die der 80-Jährige vorgab, von der Bank abzuheben. Doch das war nur ein geschickter Trick.

München: 80-Jähriger lockte die Betrügerbande in eine Falle

Organisierter Callcenter-Betrug ist eine Betrugsmasche, die in München seit immer größere Schäden verursacht. Rund 2,5 Millionen Euro waren es allein im vergangenen Jahr. Die Masche ist eigentlich bekannt, dennoch fallen noch viele Rentner darauf hinein. Meist geben sich die Betrüger am Telefon als Polizisten aus, die die Senioren schnell unter Druck setzen und ihnen erzählen, Einbrecher seien in der Nachbarschaft und es bestehe große Gefahr. Nun müsse ein Kommissar kommen und die Wertsachen sicher. Doch das ist gelogen – tatsächlich kommt ein Abholer der Bande und nimmt eine Tasche mit Wertsachen mit, die die Senioren zuvor auf Anweisung gepackt hatten. So ist der Betrug kaum nachweisbar. Schockanrufe laufen ähnlich: Dabei werden Senioren aufgefordert Geld herauszugeben, weil ein Angehöriger in einen Unfall verwickelt sei. Auch das ist jedoch gelogen.

Die Polizei rät: Vergewissern Sie sich bitte durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen echten Anruf handeln könnte. Wenn Sie den Polizeinotruf 110 anrufen, vergewissern Sie sich bitte, dass ein vorheriger Anruf auch definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde.

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