Sie nahm sogar einen Kredit auf

Rentnerin (76) um mehrere 10.000 Euro betrogen

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München - Eine 76-jährige Münchnerin ist Opfer eines besonders trickreicher Betrüger geworden. Sie überredeten die Seniorin zu 19 Überweisungen im Gesamtwert von mehreren 10.000 Euro. Für die Zahlungen nahm sie sogar einen Kredit auf.    

Wie die Polizei berichtet, hatte ein unbekannter Mann schon im August vergangenen Jahres bei der 76-Jährigen angerufen. Er gab sich als Mitarbeiter der Rechtsabteilung der Deutschen Rentenversicherung aus. Dann tischte der - durchaus freundliche - Anrufer der Seniorin eine umfangreiche Geschichte auf:

Der Anrufer erklärte der Geschädigten, dass sie bereits seit 2009 die monatlichen Beiträge nicht gezahlt habe und deshalb ein richterlicher Pfändungsbeschluss für ihre Rente eingegangen sei. Außerdem habe sie in den Jahren 2007 bis 2009 telefonisch Verträge mit einer namentlich nicht bekannten Firma im Ausland abgeschlossen und damit gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen.

Die 76-Jährige wurde stutzig, denn sie hatte keinen Vertrag abgeschlossen und auch keinerlei Schriftverkehr mit einer derartigen Firma gehabt. 

Dem Anrufer gelang trotzdem die Rentnerin so sehr zu verunsichern, dass sie ihm Geld überwies: Er erklärte: Nach den AGBs der Gesellschaft würde keine Mahnung oder ähnliches versandt, eine Kündigung sei nur über das Internet möglich. Außerdem lägen Aufzeichnungen der Gespräche vor und wären bereits gerichtlich geprüft. Dann schlug er eine außerordentliche Einigung vor.

Die Rentnerin hob daraufhin Geld von ihrer Bank ab und überwies das Geld per Western Union, später auch über Money Gram nach Thailand.

Der Unbekannte rief in der Folgezeit wiederholt an und konnte die Geschädigte letztlich zu insgesamt 19 Überweisungen in Höhe von mehreren 10.000 Euro überreden.

Die Betrugsmasche wurde immer dreister: In einem Fall wurde die Geschädigte an einen angeblichen Mitarbeiter des Amtsgerichts Hamburg weiterverbunden, der ihr ins Gewissen redete.

Weil die 76-Jährige nicht genügend Geld hatte, nahm sie einen Kredit bei einer Bank auf, die ihr vom Unbekannten empfohlen wurde.

Irgendwann kam die Sache doch komisch vor und sie fragte von sich aus bei der Deutschen Rentenversicherung nach. Da wurde klar, dass sie einem Betrug zum Opfer gefallen war. Als Rufnummer der Täteranrufe wurde immer eine Nummer der Deutschen Rentenversicherung angezeigt, die offensichtlich über das Call-ID-Spoofing vorgetäuscht wurde.

MM/tz

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