Polizei bittet um Hinweise

Radl-Rambo gesucht: Wer hat ihr das angetan?

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Wer hat den Unfall mit dieser Frau beobachtet? Dieses Foto wurde von der Polizei herausgegeben, um mögliche Zeugen zu finden. Seit dem schweren Unfall liegt die Rentnerin im Krankenhaus.

München - Er fuhr eine 87-Jährige um, beschimpfte sie und ließ sie schwer verletzt zurück: Die Polizei fahndet nach dem Radl-Rambo aus Thalkirchen. Der Zustand der Seniorin hat sich seit Samstag verschlechtert

87 Jahre ist Henriette M. alt – und bis zum vergangenen Freitag war sie noch fit genug, um mit dem Rad zu fahren. Nun liegt sie auf der Intensivstation. Schuld daran ist ein Radfahrer, den die Polizei mit Hochdruck sucht – er soll die Seniorin umgefahren und verletzt zurückgelassen haben (wir berichteten). Es ist ein klarer Fall von Unfallflucht. Jährlich hat es die Polizei mit rund 13.000 solcher Fälle zu tun – das heißt, jeder vierte Unfallverursacher will sich seiner Verantwortung nicht stellen.

Henriette M. fuhr am Freitagmittag gegen 12 Uhr mit ihrem Rad die Conwentzstraße in Thalkirchen stadteinwärts. Am Rad- und Fußweg zur Gaststätte Hinterbrühl fuhr der Radler ebenfalls auf die Conwentzstraße, ohne abzubremsen. Er krachte in die rechte Seite des Fahrrads der alten Dame. Henriette M. stürzte und brach sich dabei den Oberschenkelhals. „Der Mann blieb noch fünf oder zehn Minuten dort, kümmerte sich aber nicht um die Verletzte, sondern schimpfte, der Unfall sei allein ihre Schuld“, sagt Polizeihauptkomissar Harald Lerch. Eine Begleiterin der Seniorin rief die Polizei. Noch während sie telefonierte, flüchtete der Radler. Ein Zeuge versuchte, ihn zu verfolgen, wurde aber an einer Steigung abgehängt.

Henriette M. kam ins Krankenhaus, musste noch am Freitag operiert werden. Am Samstag sah es dann zunächst so aus, als ob sich ihr Zustand besserte, sie kam auf eine normale Station. Doch seit Montagmorgen liegt die 87-Jährige wieder auf der Intensivstation. „Es geht ihr sehr schlecht“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Im vergangenen Jahr hatten die 30 Münchner Unfallfluchtfahnder, ähnlich wie in den Jahren zuvor, 12 948 Fälle zu bearbeiten. Das entspricht 25,2 Prozent aller Verkehrsunfälle. Der Großteil (78,9 Prozent) waren Sachschäden, doch immer wieder lassen Unfallflüchtige auch Verletzte zurück. 617 waren es 2011, zwei Menschen starben. Rund die Hälfte aller Fälle klären die Unfallfluchtfahnder auf.

Um auch den zu finden, der Henriette M. verletzt hat, bittet die Polizei unter Telefon 089/62 16-33 22 um Hinweise. Der Radfahrer soll 30 bis 40 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und durchtrainiert sein. Er sprach hochdeutsch, möglicherweise mit Münchner Dialekt, war unrasiert, braungebrannt, trug eine kurze dunkle Hose und ein dunkelblaues T-Shirt. Sein Gesicht soll kantig sein, seine Haare braun.

Von Ann-Kathrin Gerke

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