Rentnerin wurde betrogen – jetzt spendet sie die Beute

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Marit O. (78) mit Kommissariatsleiter Reinhold Bergmann (li.) und Franz Weß vom Weißen Ring

München - Rentnerin Marit O. (78) ist einer Trickbetrügerin auf den Leim gegangen. Die Beute bekam sie zurück - doch sie hat das Geld gespendet.

Im ersten Schreck ­hätte die Bogenhausener Rentnerin Marit O. (78) die bittere Erkenntnis am liebsten für sich behalten und ganz schnell vergessen. Dann aber dachte sie nach und kam zu dem Schluss: „Scham ist hier nicht angebracht. Mittlerweile erzähle ich es überall, damit ich andere vor Schaden bewahren kann.“

Marit O. ist einer Trickbetrügerin (22) auf den Leim gegangen. Am 26. August war sie mittags von der Frau in der Nähe des Prinzregentenplatzes um Wechselgeld gebeten worden. „Sie brauchte Zehn-Cent-Stücke.“ Obwohl Marit O. die Geldbörse die ganze Zeit festhielt („Ich bin durchaus misstrauisch“), gelang es der Fremden, ihr für Sekunden die Sicht mit einem Stück Papier abzudecken. Erst daheim fiel Marit O. auf, dass ihr drei 50-Euro-Scheine fehlten. Nach anfänglichem Zögern rief Marit O. bei der Polizei an: „Ich dachte erst, die haben sicher Wichtigeres zu tun.“

Doch Reinhold Bergmann, Chef des Kommissariates für Trick­betrug, war ihr dankbar: „Wir sind auf Anzeigen der Opfer angewiesen. Seit 2009 sind schon 127 ältere Münchner auf diesen Trick hereingefallen.“ Marit O. konnte die rumänische Serientäterin auf Polizeifotos identifizieren.

Die 22-Jährige wurde zu einer Haftstrafe (18 Monate) verurteilt, musste Marit O. die 150 Euro ersetzen. Die hat sie am Donnerstag der Opferorganisation Weißer Ring gespendet: „Ich hatte das Geld längst abgeschrieben. Darum gebe ich es jetzt gerne weiter.“

Dorita Plange

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