Restauranttester Rach: „Mir war wirklich schlecht“

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Rettet finanziell angeschlagene Restaurants: Der Hamburger Sternekoch Christian Rach.

'Freising - Christian Rach gehört bei RTL längst zu den Quotenbringern. Am Montag startet der Sternekoch mit neuen Folgen von „Der Restauranttester“. In der ersten Episode geht es nach Freising.

Seit Jahren schon futtert sich Christian Rach, 53, ohne Furcht vor Sodbrennen und Völlegefühl durch marode deutsche Gaststätten. Doch bei der Thunfisch-Schaumsuppe „Hot Chili“, die er beim Dreh zur neuen Staffel von „Rach, der Restauranttester“ kosten musste, verging dem Hamburger Sternekoch der Appetit: „Mir war wirklich schlecht. Es war ungenießbar“, schäumt er.

Ab Montag zeigt RTL montags um 21.15 Uhr die neuen Folgen seiner Dokusoap „Rach, der Restauranttester“. Wie gewohnt nimmt der Koch darin Lokale ins Visier, über denen schon der Pleitegeier kreist. Mit einer Mischung aus Ironie, Kasernenhofton und missionarischem Eifer deckt er die Probleme auf und versucht, die Läden zu retten – mit neuen Kochrezepten, ein paar Eimern Farbe für die Wände und ganz viel menschlichem Zuspruch für die gebeutelten Wirte.

Die erste Folge dreht sich um das Freisinger Lokal „La Petite France“, wo Rach trockene Crepes, eine klemmende Klospülung und fehlendes Flair kritisiert – von französischem Charme keine Spur. Für die weiteren Episoden reiste Rach unter anderem in die pfälzische Chemiestadt Ludwigshafen, wo der italienische Koch Michele in seinem Mini-Restaurant „Fellini al teatro“ kreatives Chaos zelebriert, was von den Gästen nicht goutiert wird. In der „Weinstube Dietz“ im 60 Kilometer südlich von Augsburg gelegenen Mindelheim stieß Rach auf Personal, das von Wein keinen blassen Dunst hat – und auf eine Wirtin, die vor lauter Stress schon an Magengeschwüren leidet. Außerdem stand diesmal das Vereinslokal „Zur goldenen Rose“ in Schriesheim bei Heidelberg aufs Rachs Sanierungsliste – es war RTL zufolge einer seiner bisher schwersten Fälle.

Insgesamt war die neue Staffel für den Stargastronomen schwer verdaulich: „Ich wäre eigentlich froh gewesen, Magenhilfen dabei zu haben, die nicht alkoholisch sind“, erzählt Rach. Doch das größte Problem der Wirte, die ihn um Hilfe bitten, seien in der Regel gar nicht angebrannte Schnitzel, versalzene Suppen oder Kakerlaken in der Küche: „Es ist keine Frage der Sauberkeit, sondern eine Frage der Betriebswirtschaftlichkeit“, erklärt er. „Der gemeinsame Nenner aller Restaurants ist, dass sie pleite sind.“

Dass sein Interesse auch Zahlen und Bilanzen gilt und keineswegs nur ausgetüftelten Menüfolgen und edel gedeckten Tischen, hat der ehemalige Mathematikstudent Rach zuletzt vorigen Sommer gezeigt. In seiner RTL-Dokusoap „Rachs Restaurantschule“ ließ er Arbeitslose ein Lokal in Hamburg auf die Beine stellen. Durchschnittlich 5,12 Millionen Zuschauer verfolgten die Sendereihe – nicht schlecht, aber nicht ganz so gut wie „Rach, der Restauranttester“. Die zuletzt gezeigte vierte Staffel des 2006 gestarteten Formats hatte durchschnittlich 5,84 Millionen Zuschauer, was einem sehr guten Marktanteil von 22 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen entspricht.

Cornelia Wystrichowski

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