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Retter der S-Bahn geht nach Leipzig

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Michael Wuth verlässt die Münchner S-Bahn
Michael Wuth verlässt die Münchner S-Bahn © Marcus Schlaf

Endlose Verspätungen, vergammelte Wagen, fehlende Durchsagen in Zügen und auf Bahnsteigen.

Ende der 90er Jahre war der Frust der S-Bahn-Pendler in München so groß, dass die tz eine Unterschriftenaktion gegen die Zustände gestartet und mehr als 7000 Unterschriften an Bahnvorstand Hartmut Mehdorn überreicht hat. Eine erfolgreiche Aktion. Denn innerhalb weniger Monate organisierte Mehdorn die S-Bahn nicht nur um, sondern setzte Michael Wuth als verantwortlichen Geschäftsführer ein.

Seit damals ging es bergauf. Der studierte Bahn-Ingenieur, der selbst eingefleischter Eisenbahn-Fan ist, schaffte es innerhalb kurzer Zeit, die Fahrgast-Information, den Service und die Sauberkeit zu verbessern. Ihm ist es zu verdanken, dass die Münchner S-Bahn als erster Bereich in Deutschland ein völlig neues Fahrgast-Informationssystem erhalten hat. An der Tatsache, dass Bahn und Freistaat eine völlig neue Fahrzeug-Flotte beschafft haben, war Wuth ebenso beteiligt wie am Projekt 10-Minuten-Takt auf mehreren Strecken. Dem Eisenbahn-Experten Wuth konnte niemand etwas vormachen. Kein Wunder, dass ihn der langjährige bayerische Regio-Chef Berthold Huber schon wenige Monate nach seinem Aufstieg in den Vorstand von DB-Netz zu sich holt und ab 1. Januar zum Leiter für Regionale Netzbeziehung für die Länder Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen (Wuths Heimat) macht.

Nachfolger wird Bernhard Weisser, bisher DB-Regio Geschäftsführer in NRW. Dort haben die Verkehrsverbände den Verkehrsvertrag mit der DB wegen schlechter Leistungen bei S-Bahn und Nahverkehr gekündigt. Hoffentlich kein schlechtes Omen.

di

Quelle: tz

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