Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen bis zu 40 Minuten

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Münchner Helfer brechen nach Nepal auf

Retter: "Es ist ein Wettlauf mit der Zeit"

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Raphael Marcus am FLughafen.

München - Tausende von Toten, zahlreiche Vermisste - nach dem schrecklichen Erdbeben in Nepal zählt für die Retter nun jede Sekunde. Auch aus München hob ein Helferteam ab - wir sprachen mit dem Leiter der Not- und Katastrophenhilfe.

Die Retter suchen nach Verschütteten, die Verletzten müssen versorgt werden, die Überlebenden leiden – und in Nepal fehlt es an allem. Zuerst sind die Helfer aus den Nachbarstaaten vor Ort: Indien schickte 200 Helfer mit Hubschraubern und 43 Tonnen Material, Zelte und Lebensmittel. Aus China und Pakistan fliegen Suchtrupps mit Hunden und Ärzte-Teams ein.

Auch aus Deutschland sind die ersten Helfer schon unterwegs: Malteser und Arbeiter-Samariter-Bund entsendeten Erkundungsteams. Am Sonntagmorgen starteten 52 ehrenamtliche Hundeführer, Experten für Ortung sowie Mediziner aus neun Bundesländern in einer Sondermaschine von Frankfurt aus für „ISAR Germany“ (International Search and Rescue).

Von München und Frankfurt aus hob die Mannschaft von Humedica mit Sitz in Kaubeuren ab. Sieben Helfer sind unterwegs – drei Ärzte, zwei Pflegerinnen und zwei Koordinatoren. Die tz erreichte den Leiter der Not- und Katastrophenhilfe während der Passkontrolle im Erdinger Moos: Der Münchner Raphael Marcus (33) hat unzählige Katastropheneinsätze hinter sich – unter anderem beim Erdbeben in Haiti 2010. Im Interview berichtet er, was die Retter erwartet.

Herr Marcus, wann haben Sie selbst von Ihrem Einsatz erfahren?

Raphael Marcus: Am Samstagmittag. Aber natürlich haben wir schon am Morgen, als wir von der Katastrophe erfahren haben, mit dem Gedanken gespielt, dass ein Team geht. Wenn wir zu lange warten, ist es vor Ort zu spät. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit.

Waren Sie überhaupt schon einmal in Nepal?

Raphael Marcus: Ich war einmal privat dort, aber nicht im Katastropheneinsatz.

Welches Bild erwarten Sie vor Ort?

Raphael Marcus: Es ist ein ganz klassisches Erdbeben, das man erwartet hat. Es fehlt den Überlebenden vor allem an Nahrung und Wasser – und ein Dach über dem Kopf. Es ist kalt und nass. Wir fliegen ein ganzes Team hin und nehmen unser Basis-Kit und ein Infusions-Kit mit. Das reicht für 10 000 Patienten und drei Monate – ungefähr 30 Kisten haben wir eingecheckt. Da sind Antibiotika, Schmerzbittel, Blutzucker-Medikamente, Infusionen und Verbände drin. Denn wir werden es mit Knochenbrüchen, Quetschungen und Entzündungen zu tun bekommen.

Sie selbst fahren als Koordinator mit. Was heißt das?

Raphael Marcus: Wir müssen uns abstimmen mit unseren Partnern vor Ort, anderen Hilfsorganistionen und den Vereinten Nationen, die auch schon da sind. Damit keine doppelte Arbeit gemacht wird. Wir werden erstmal eine Bedarfsanalyse erstellen und dann so schnell wie möglich Patienten behandeln.

Wie bereiten Sie sich auf solche Einsätze vor?

Raphael Marcus: Das ist nicht das erste Mal. Das ist unser Job. Wir arbeiten nach Checklisten, wissen genau, was wir machen müssen. Wir bereiten uns vor, indem wir die nötigen Kontakte vor Ort besorgen und die Standorte für die Hilfe in Erfahrung bringen.

Wissen Sie schon, wann Sie zurückkommen?

Raphael Marcus: Das ist offen, wird aber sicher erst in zehn bis 14 Tagen sein. Wir werden ein zweites Team schicken. Jetzt müssen wir erst einmal abwarten, wie es vor Ort ausschaut.

Interview: David Costanzo

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