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S-Bahn-Drama am Marienplatz: Frau klemmt sich Beine ein – Passanten pöbeln gegen Einsatzkräfte

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Von: Nadja Hoffmann

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Schwieriger Einsatz: Rettungskräfte, Feuerwehr und Bundespolizei versuchen, der gehbehinderten Frau, die eingekeilt war, am Marienplatz zu helfen.
Schwieriger Einsatz: Rettungskräfte, Feuerwehr und Bundespolizei versuchen, der gehbehinderten Frau, die eingekeilt war, am Marienplatz zu helfen. © Bundespolizei

Eine gehbehinderte Frau klemmte sich am Marienplatz die Beine zwischen Zug und Bahnsteig ein. Schaulustige störten die Einsatzkräfte bei der Rettung.

München – Riesiger Schreck für eine Münchnerin am Marienplatz: Die 39-Jährige rutschte am Donnerstagmittag vom Bahnsteig der S-Bahn ab und wurde zwischen Kante und Zug eingeklemmt.

Während Einsatzkräfte alles dafür taten, der gehbehinderten Frau zu helfen, behinderten Schaulustige die Retter bei ihrer Arbeit. Mehr noch: Feuerwehr und Bundespolizei wurden regelrecht angepöbelt bei dem Versuch, den Bahnsteig für den Einsatz abzusperren.

München: S-Bahn-Unglück am Marienplatz: Schaulustige pöbeln gegen Rettungsdienst

„Das ist ja hier wie im Kongo“ war einer der Sätze, die sich Bundespolizist Jonathan Scheler anhören musste. Mehrere Passanten nölten ihm gegenüber herum, weil die S-Bahn wegen der Rettung nicht fahren konnte. „Das war ihnen wichtiger als die Tatsache, dass sich eine Person verletzt hat“, erzählt der Polizeimeister. Verständnis, Empathie: Fehlanzeige! Besonders schlimm: Mehrere Gaffer zückten ihre Handys, um Fotos und Videos von den Geschehnissen zu machen. Absperrungen akzeptierten sie nicht.

Stattdessen nutzen sie die Möglichkeit, von der anderen Seite des Bahnsteigs wieder in den S-Bahn zu gelangen. „Man muss sich da teilweise zurücknehmen“, beschreibt der Polizist seine Gedanken angesichts des Verhaltens mancher Menschen. Freilich nicht aller, wie er betont. Die gute Nachricht: Die gehbehinderte Frau scheint sich nach ersten Erkenntnissen nicht bei dem Unglück verletzt zu haben. Trotzdem wurde sie ins Krankenhaus gebracht, um etwaige Knochenbrüche auszuschließen. Ihre Beine hatten sich in dem Spalt zwischen Bahnsteig und Zug verkeilt – deshalb konnten sie Passanten, die helfen wollten, nicht herausziehen.

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Bahn-Drama am Ostbahnhof: Gaffer machen mit Handys Jagd auf Fotos und Videos

Erst am vergangenen Montag war es zu einem ähnlichen Fall gekommen, als eine 68-Jährige plötzlich am Ostbahnhof zusammengebrochen ist. Die Frau, die im Vorraum der Toiletten im Sperrengeschoss lag, musste wiederbelebt werden. Bei der Rosenheimerin hatten sowohl der Herzschlag als auch die Atmung ausgesetzt.

Zusammen mit einem Bundespolizisten kämpfte der erst 16-jährige Luis Nadler um das Leben der Frau, bis der Notarzt eintraf. In dieser Zeit versuchten Gaffer, in den Raum zu kommen. Mit gezückten Handys waren sie auf der Jagd nach Fotos und Videos von einer Frau, die das Drama fast nicht überlebt hätte. (nah)

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