Rettungssanitäter wegen Kindesmissbrauchs verurteilt

München - Ein Rettungssanitäter ist vom Münchner Landgericht wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und Vergewaltigung zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden.

Die Opfer waren ein siebenjähriges Mädchen und dessen fünf Jahre alter Bruder. Die Jugendschutzkammer ordnete am Montag zugleich die Unterbringung des 26 Jahre alten Angeklagten in einer psychiatrischen Anstalt vor der Strafvollstreckung an. Laut Gutachten ist der Sanitäter schwer persönlichkeitsgestört und hat pädophile Neigungen. Er sei für die Allgemeinheit gefährlich, sagte der Vorsitzende Richter.

Der 26-Jährige hatte die Geschwister an einem Morgen im November 2007 im Münchner Olympiapark unter Todesdrohungen auf einen Fahrradabstellplatz gezerrt und sich an beiden Kindern vergangen. Ein Ermittlungsbeamter hat nach seiner Aussage "ein so massives Vorgehen kaum je gesehen". Beide Kinder leiden noch heute unter den Folgen. Der Richter äußerte Zweifel, "ob sie je darüber hinwegkommen".

Der in seiner Kindheit selbst missbrauchte Angeklagte hatte sich ein Jahr nach der Tat gestellt. Dies wurde zu seinen Gunsten gewertet. Das Gericht glaubte dem 26-Jährigen auch die von ihm beteuerte Reue. Die Strafe lag um ein Jahr und neun Monate unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf fünf Jahre Haft und gegen die Unterbringung in der Psychiatrie plädiert.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion