Richter rüffelt früheren MAN-Boss

+
Anton Weinmann

München - Schmiergeld? Der frühere MAN-Vorstand Anton Weinmann weist vor Gericht alle Vorwürfe der Anklage zurück, von Bestechungszahlungen in Höhe von 1,9 Millionen gewusst (und zu wenig dagegen unternommen) zu haben.

 Der 56-jährige Angeklagte war bis 2009 Chef der Nutzfahrzeug-Sparte. Beim Verkauf von Bussen und Lastwagen nach Slowenien und Belgien sind laut Anklage in den Jahren 2005 bis 2007 Entscheidungsträger geschmiert worden.

Der Prozesses vor dem Landgericht München I begann gestern außergewöhnlich: Der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Eckert kritisierte in einer Erklärung das Verhalten Weinmanns. Es sei „merkwürdig“, so die Meinung des Richters, dass der Angeklagte zwei ermittelnde Staatsanwälte wegen angeblicher Beleidigung und Rechtsbeugung anzeigte. Eckert betonte, dass das Gericht ohne Vorverurteilung in den Prozess gehe.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte Weinmanns Anzeige nicht durchgehen lassen. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die angezeigten Staatsanwälte wider besseres Wissen gehandelt hätten.

Weinmann wies die Anklage zurück und bezeichnete in einer mehr als einstündigen Erklärung die Vorwürfe gegen ihn mehrfach als „absurd“ sowie als „grob unwahr und verleumderisch“.

ebu

auch interessant

Meistgelesen

Gleis-Gau: Express-S-Bahn zum Flughafen nicht vor 2037
Gleis-Gau: Express-S-Bahn zum Flughafen nicht vor 2037
Rätsel um schwer verletzten 15-Jährigen in Blutlache
Rätsel um schwer verletzten 15-Jährigen in Blutlache
Mann steht auf A9 und wird von Kleintransporter getötet
Mann steht auf A9 und wird von Kleintransporter getötet
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt

Kommentare