Richtung Klinikum Großhadern

Baustelle bremst Rettungswagen aus

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tz-Leser Robert Renner (56) ist schockiert über die Baustelle. Für den Bus wird eine neue Haltestelle gebaut. Alle anderen werden ausgebremst

München - r Linie 56 bremst an der Haltestelle „Am Ährenfeld“ in Großhadern. Hinter ihm bildet sich eine lange Autoschlange. Sie müssen warten bis der Bus weiterfährt. So sieht es hier auf der Waldwiesenstraße momentan ständig aus.

 Es wird gebaut an und für den Verkehr bleibt nur noch eine schmale Fahrbahn übrig. Wenn der Bus mitten auf der Straße hält, gibt es für die Autofahrer kein Durchkommen mehr. Und: selbst die Rettungsswagen Richtung Klinikum Großhadern werden ausgebremst!

tz-Leser Robert Renner (56) wohnt gleich um die Ecke und beobachtet täglich, wie der Bus zu Staus führt. Er ist entsetzt, dass der Verkehr hier so gebremst wird, in direkter Nähe zum Klinikum: „Warum muss dieser lebensgefährliche Irrsinn sein? Selbst im Berufsverkehr steigen höchstens eine Handvoll Leute dort ein und aus. Das hier stellt ein massives Problem für die Rettungskräfte dar!“

Die Waldwiesenstraße ist eine wichtige Einfallstraße zum Klinikum Großhadern. Das ist nur 1,5 Kilometer von der Bushaltestelle entfernt. Krankenwagen, die Notfallpatienten ins nahegelegene Klinikum fahren, müssen jetzt aber auf andere Straßen ausweichen. Der bisher schnellste Weg wird zur Staufalle. Wenn Rettungsfahrzeuge hinter dem Bus stehen würden, könnten die Autofahrer sie nicht durchlassen. Der Notarzt müsste warten. Und als Notfallpatient im Krankenwagen zählt oft jede Minute.

Grund für alles ist ein Plan von MVG und dem Referat für Arbeit und Wirtschaft, der die Buslinie 56 um sieben Minuten schneller machen soll. Auf der ganzen Strecke werden dafür 3,8 Millionen Euro ausgegeben. Schneller wird der Bus, weil er hier nicht mehr rechts ranfahren muss. Er bleibt einfach mitten auf der Fahrbahn stehen. Gebaut wird nur eine neue Haltestelle. Doch der Einstieg entsteht zwischen Straße und Radweg. Dort, wo vorher eine zweite Spur war. Die Straße wird dadurch um einiges schmaler. Für Robert Renner ein Unding: „Der ganze Umbau ist sinnfrei und unnötig.“ Das ausführende Baureferat aber steht hinter dem Projekt. Sprecher Christian Müller: „Bis jetzt liegen uns ja auch keine Beschwerden vor.“ Bis Ende Oktober dauern die Bauarbeiten auf beiden Seiten der Waldwiesenstraße. MVG-Sprecher Matthias Korte sieht auch kein Problem mit der Verkehrsführung: „Wenn die Bushaltestellen fertig sind, können wieder Autos am haltenden Bus vorbeifahren. 2,30 Meter bleiben frei.“ Zum Vergleich: Ein VW-Golf misst 1,80 Meter. Ein Rettungswagen des Roten Kreuzes kommt auf 2,20 Meter.

Marita Wehlus

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