Ein Riese auf großer Reise

Ist dieser Hund zu schlau für den Menschen?

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Glücklich vereint: Yasin K. (30) mit seinem Akita Kara (2).

München - Ein Taxi-Unternehmer hat seinen Hund vermisst - so weit, so ungewöhnlich. Doch die Reise des American Akita Kara deutet auf das hohe Niveau des Tieres hin.

Wo Kara auftaucht, bleiben die Menschen bewundernd stehen. Weil er so groß, so schön und so sanft ist. Kara ist ein American Akita – eine eigenwillige, sehr kluge japanische Hunderasse mit großen Vorbildern. Wie zum Beispiel Hachi, der treueste Hund der Welt, der am Bahnhof von Shibuya zehn Jahre auf seinen verstorbenen Herrn wartete. All das konnten die Männer der U-Bahnwache allerdings nicht wissen, als sie mit klopfenden Herzen dem herrenlosen Riesen in der U5 am Hauptbahnhof gegenüberstanden. Erst im Tierheim klärte sich das Rätsel um Karas große Reise …

Der Akita ist der beste Freund des Taxiunternehmers Yasin K. (30), der an der Theresienwiese wohnt. Am Mittwoch arbeitete er. Mittags fütterte seine Mutter den Hund: „Kara hat sich gefreut und ist hinausgelaufen, weil er dachte, sie würde mit ihm Gassi gehen. Sie ist ihm einfach nicht mehr hinterhergekommen.“ Und weg war er.

Ab 13.30 Uhr häuften sich die Meldungen von Fahrgästen der U5, die auf der Strecke Theresienwiese – Neuperlach und zurück „einen riesigen, herrenlosen Hund“ meldeten. „Kara ist genau diese Strecke am Vortag mit meinem Bruder gefahren. Ich traue ihm zu, dass er sich das gemerkt hat und wahrscheinlich auch allein wieder heimgefahren wäre,“ meint Yasin K. Am Hauptbahnhof nahm sich die U-Bahnwache des Hundes an. An einer Führstange – sicher ist sicher – führten die Männer das stolze Tier zur Polizeiinspektion 16 im Hauptbahnhof, wo Kara in einer Zelle Platz nahm. Weit unter seinem Niveau! Als Friedensangebot öffneten die Beamten eine Dose Hundefutter, die Kara höflich verzehrte. Dann riefen die Polizisten im Tierheim an: „Wir haben hier einen schwarzen Grizzly.“ In der Zwischenzeit ließ Yasin K. Kara sogar über den Funk der Taxi eG suchen. Im Tierheim schloss er seinen Freund glücklich in die Arme: „Dieser Hund ist manchmal einfach zu schlau für uns Menschen.“

Dorita Plange

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