Riesen-Ärger um Take-That-Tickets

+
Nicole Feser hat Karten, mit denen sie nicht zu Robbie ins Stadion darf

München - Kreischalarm! Am Freitag rockt Frauenschwarm Robbie Williams mit seinen Take-That-Kollegen das Olympiastadion. Zum Kreischen ist auch: Hunderte Fans werden trotz teurer Karten nicht reinkommen.

Tickets-Service:

Konzerte, Kultur, Sport - Ticket zu zahlreichen Events gibt's hier.

Es ist das letzte Konzert ­ihrer Comeback-Tour Progress Live. Bisher schreien aber nicht die weiblichen Fans vor Ekstase, sondern die betrogenen Fans vor Empörung. So auch Nicole Feser (40): Sie kaufte für sich und ihren Freund zwei Sitzplatzkarten über die Plattform Viagogo – für schlappe 384,10 Euro. „Wir haben uns schon lange auf dieses Konzert mit einer unserer Lieblingsbands gefreut“, sagt sie. Aber daraus wird nichts, denn sie und ihr Freund kommen nicht rein – und so wird es am Freitag hunderten Fans ergehen!

Robbie Williams: Karriere - Absturz - Comeback

Robbie Williams: Karriere - Absturz - Comeback - Papa

Die Verkaufsplattform Viagogo verlangt für die Bearbeitung satte 64 Euro und verspricht auf ihrer Homepage Sicherheit und Garantie. Von wegen! Unzählige Fans bekamen jetzt von Betrügern Tickets mit falschen Namen – bis zu 1000 Euro verlangen sie pro Stück. Ins Stadion kommt aber nur, wer beim Einlass Ticket und den richtigen Personalausweis vorzeigen kann. „Dass auf unseren Tickets falsche Namen draufstanden, habe ich erst gar nicht bemerkt. Und ich kann die Tickets nicht mal umschreiben lassen“, beschwert sich Nicole Feser.

Kein Einzelfall: Auch bei den Konzerten in Hamburg und Düsseldorf wurden die Fans geprellt. Daher klagt der Tourveranstalter MCT. „Viagogo und jeder, der seine Karten über diese Plattform verkauft, verstößt gegen die AGB“, so eine Sprecherin der MCT. Bereits im Dezember 2010 hatte das Hamburger Landgericht der Plattform verboten, die personalisierten Tickes anzubieten und forderte Viagogo auf, die Take-That-Fans vor den ungültigen Tickets zu warnen. Aber Viagogo missachtet das Urteil bis heute. Warum der Kartenhandel trotz gesetzlichen Verbots noch immer nicht gestoppt wird, wollte die Viagogo-Sprecherin Nia Evans nicht erklären.

Über die einzige Telefonnummer des Unternehmens erreicht man nur einen Computer. Einziger Trost: Viagogo bietet allen Kunden, die Take-That-Tickets auf ihrer Website gekauft haben und keinen Zugang zum Konzert hatten, eine volle Rückerstattung des Ticketpreises an. Die erforderliche Bestätigung können die verärgerten Fans am Freitag ab zwölf Uhr an den Ständen mit der Aufschrift „trouble shooting“ am Stadion abholen.

Ab 15 Uhr können noch Karten an der Abendkasse gekauft werden. „Mir ist die Lust aufs Konzert vergangen. Von der Erstattung kaufe ich mir jetzt lieber ein Dirndl“, sagt Nicole Feser.

Ramona Linter

Robbie-Mania in München

Eigentlich sind’s ja bloß fünf Burschen – aber die machen hunderttausende Leute narrisch. München im Take-That-Fieber! Vor allem sind sie heiß auf Robbie Williams, den Superstar der Gruppe. Beim Konzert am Freitag im Olympiastadion werden 65 000 Zuschauer erwartet.

Wobei: Die Robbie-Mania wird ja nicht erst Freitagabend ausbrechen, sondern schon heute – nämlich bei der Deutschlandpremiere von Cars 2 im Mathäser in der Bayerstraße (siehe auch Seiten 20 und 21 dieser Ausgabe). Williams, der den Titelsong „Collisions of Worlds“ geschrieben hat, gibt sich die Ehre und schreitet über den roten Teppich. Danach dann schön gemütlich nächtigen (Williams logiert natürlich im Bayerischen Hof).

Kraft tanken für Freitag, für das große Konzert!

Tatsächlich erwartet uns da bei der Take-That-Show eine Mega-Veranstaltung. Seit Sonntag läuft der Aufbau der bombastischen Bühne im Olympiastadion. In Spitzenzeiten werkeln bis zu 300 Mann daran. Am Abend selber ist sowieso Vollgas angesagt – übrigens auch in Sachen Ordnungskräfte. Hundert zusätzliche Polizisten, außerdem jede Menge privates Sicherheitspersonal.

Dazu kommen Sanitäter – die Johanniter planen mit 120 ehrenamtlichen Ärzte und Sanitätern für einen elfstündigen Großeinsatz. Die MVG setzt zusätzliche Züge ein, damit die Leute einigermaßen entspannt nach Hause kommen. Wobei: Nach Hause? Muss das sein? Man könnte ja auch noch weiterfeiern… Williams und seine Take-That-Kumpels wollen angeblich ins Pacha.

auch interessant

Meistgelesen

Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video
Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?

Kommentare