Rap-Fans sorgen für Chaos in der Innenstadt

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Riesen-Andrang: Weil zu viele Jugendliche kamen, musste die Polizei die Autogrammstunde des Rappers Haftbefehl am Donnerstag

München - Damit hatte der Rapper "Haftbefehl" wohl nicht gerechnet: Der Musiker lud am Donnerstag zur Autogrammstunde in den "85 Store" - am Ende gab es ein Riesen-Chaos in der Innenstadt.

Es waren Szenen, wie bei einem Terroralarm - und das während der Wiesn. In zwei Reihe parkten am späten Donnerstagnachmittag dutzende Polizeiwagen auf der Bayerstraße. Die Trambahnen standen still. Vorne am Stachus, vor dem Mathäser-Kino, hatten sich rund 100 Polizisten mit Schutzhelmen aufgestellt. Ihnen gegenüber standen gut vierhundert Teenager. „Wir wollen Haftbefehl“, brüllte die Menge immer wieder.

Die Jugendlichen riefen nach einem deutsch-kurdischen Rapper, der auf den Namen Haftbefehl hört. Der hatte zu einer Autogrammstunde im „EightyFiveStore“, einem Klamottenladen im Mathäser-Eingang, geladen. „Alle vorbeikommen“, hatte der Rapper auf Facebook gefordert.

Bilder: Polizei muss Autogrammstunde auflösen

Gut 500 Fans sind dem Aufruf gefolgt - weit mehr, als die Veranstalter gerechnet haben. Je näher die Autogrammstunde um 16 Uhr kam, umso enger wurde es im Eingangsbereich. Die wenigen Ordner hatten die Lage schnell nicht mehr im Griff, die Menge drängte immer massiver.

Angesichts der Masse an Fans bekam auch der Hauptakteur, der Rapper Haftbefehl, kalte Füße. Er sagte die Autogrammstunde kurzerhand ab. „Wir konnten die Sicherheit der Fans nicht mehr gewährleiten“, sagte der Geschäftsführer der tz am Abend.

Was machen mit den wütenden Halbstarken, die immer lauter nach ihrem Idol riefen? Und die zunehmend aggressiver wurden. In der Not wählte der Klamotten-Ladenbesitzer den Notruf der Polizei. Zwei Beamte machten sich daraufhin ein Bild - und forderten sofort Verstärkung an. Doch als weitere dreißig Beamten Ordnung ins Chaos bringen wollten, eskalierte die Situation. Die Teenager weigerten sich, den Kinoeingang und den Gehweg zu räumen. Im Gegenteil: Sie fingen an, die Beamten mit Flaschen, Kugelschreibern und Feuerzeugen zu bewerfen.

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Das war das Signal für die Polizei den ganz großen Einsatz zu fahren. Die Präsenz hatte schließlich nach weiteren unzähligen Flaschenwürfen auf die Polizei Erfolg. Die Jugendlichen trollten sich schließlich. Gegen 20 Uhr war der Spuk weitgehend vorbei. „Zehn Teenager mussten wir in Gewahrsam nehmen“, sagt Polizeisprecher Christoph Reichenbach. Den Jugendlichen waren wegen Beleidigungen und Flaschenwürfen aufgefallen.

Jacob Mell

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