Bis zu den erhofften Olympischen Winterspielen könnte er fertig sein

Riesen-Autobahntunnel mitten durch München?

+
Die Varianten für den Autobahn-Südring. Der Tunnel im Stadtgebiet (A) würde mindestens 420 Millionen Euro verschlingen, die südlichste Variante (D) 540 Millionen. Die gestrichelten schwarzen Linien sind die Tunnels, die in der Studie vorgesehen werden. Die durchgezogenen schwarzen Linien sind oberirdische Straßen.

München - Der Autobahnsüdring von München rückt näher. In einer Machbarkeitsstudie hat die Autobahndirektion Südbayern jetzt 18 Varianten erarbeiten lassen, mit der die Lindauer Autobahn mit der Salzburger Autobahn verbunden werden soll.

Die Varianten reichen von einem zehn Kilometer langen Tunnel im Stadtgebiet bis zu einer 30 Kilometer langen Umfahrung südlich von Straßlach.

Schon seit den 30er Jahren wird an einem Autobahnring geplant – wegen des Krieges blieben die Arbeiten stecken. Erst zwischen 1971 und 2006 wurde der Ring Stück für Stück zu drei Vierteln geschlossen. Nur noch zwischen der Salzburger und der Lindauer Autobahn klafft noch eine Lücke.

Die bayerische Staatsregierung will den Ring jetzt schließen – um damit mehrere Verkehrsprobleme zu lösen. So muss der Schwerlastverkehr aus dem Südwesten seit der Sperrung des Mittleren Rings für Transit-Lkw einen 30 Kilometer weiten Umweg fahren, um auf die Salzburger Autobahn zu kommen. Das kostet Zeit und Kraftstoff und verursacht mehr Abgase. Zudem ist die A99-Ostumfahrung oft verstopft. Ein Lückenschluss im Süden könnte ihn entlasten und die Staus verringern.

Auch das gesamte Straßennetz im Süden Münchens würde entlastet werden. Vor allem die Anwohner des Mittleren Rings zwischen Sendling und Giesing würde ein Südring viel Lärm und Abgase ersparen, so die Hoffnung. Die Tierparkbrücke sowie die Isarbrücke zwischen Grünwald und Pullach sind ebenfalls oft überlastet, vom Schleichverkehr durch die Siedlungen ganz zu schweigen. Eine weitere Isarquerung brächte hier ebenfalls Abhilfe.

Doch der Süden Münchens, in dem nun eine Autobahn geplant werden soll, ist hochsensibles Terrain. Zum einen gibt es hier dicht bebautes Gebiet, etwa Grünwald, Pullach oder die Würmtalgemeinden. Hier formiert sich bereits Widerstand. Außerdem müsste die Schnellstraße hochsensible Naturschutz- und Naherholungsgebiete durchschneiden: Das Isartal, den Perlacher Forst und den Forstenrieder Park. Tunnels wären eine teure Alternative.

Um zu prüfen, ob der Bau eines Autobahnsüdrings überhaupt möglich ist, haben Bund und Freistaat eine Studie in Auftrag gegeben, aus der gestern der Präsident der Autobahndirektion Südbayern, Peter Lichtenwald, einen Zwischenbericht abgab. Dabei wurden 15 Trassen-Varianten erarbeitet, die den Flächen mit dem größten „Konfliktpotenzial“ aus dem Weg gehen sollen. Nun sollen die 18 Trassen vertieft untersucht werden.

Dabei ist vor allem interessant, wie teuer die Varianten werden. Die Staatsregierung hatte schon mal von einer Milliarde Euro gesprochen, die Berlin locker machen müsste. Darum sagt Lichtenwald vorsichtig: „Die Untersuchung ist ergebnisoffen. Ich glaube aber, der Südring wäre machbar. Bis zu den Olympischen Winterspielen in München und Garmisch könnte, wenn alles glatt läuft, der Südring wenigstens schon in Teilen fertig sein.“

So könnte der Südring der A99 eines Tages verlaufen

Variante A:Der neue Südring könnte beispielsweise über einen zehn Kilometer langen Tunnel zwischen Gräfelfing und Unterhaching geschlossen werden. Die kürzeste und konfliktärmste Lösung. Die Garmischer Autobahn wäre aber nicht angebunden.

Varianten B und C:Die Trassen würden im Bereich von Pullach/Grünwald die Isar überqueren – entweder mit einem vier bis fünf Kilometer langen Tunnel oder einer Brücke am südlichen Ortsrand von Grünwald. Vorteil: Hier wäre der Isartunnel am kürzesten. Auf teure Röhren im Würmtal könnte man dann zwar verzichten, doch würde sich das Projekt dort dadurch schwerer durchsetzen lassen. Die A95 wäre angeschlossen.

Variante D: Es wäre mit 30 Kilometern die längste Strecke. Auch der nötige acht Kilometer lange Tunnel würde viel Geld verschlingen. Die A95 wäre angeschlossen.

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Mega-Pfusch: Münchner wacht nach Augen-OP fast blind auf - Ärzte machen katastrophalen Fehler
Mega-Pfusch: Münchner wacht nach Augen-OP fast blind auf - Ärzte machen katastrophalen Fehler
Mega-Auftritt in München: Gruber schießt gegen Veganer - und gibt Publikum kernige Sätze mit
Mega-Auftritt in München: Gruber schießt gegen Veganer - und gibt Publikum kernige Sätze mit
Mann ersticht Ex-Freundin (21) - Nachbarin gibt bedrückende Einschätzung ab: „Bei uns im Haus ...“
Mann ersticht Ex-Freundin (21) - Nachbarin gibt bedrückende Einschätzung ab: „Bei uns im Haus ...“
Am frühen Abend am U-Bahnhof: Mann (45) zu Boden geschlagen und ausgeraubt - Täter auf der Flucht
Am frühen Abend am U-Bahnhof: Mann (45) zu Boden geschlagen und ausgeraubt - Täter auf der Flucht

Kommentare