Gericht spricht Urteil

Riesen-Betrug bei BMW

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Angeklagt: BMW-Verkäufer Giuseppe G. (li.) sowie die Händler Deniz C. und Emre K.

München - Aus Premium-Produkten wurde bei BMW plötzlich „minderwertige“ Ware: 13 Monate lang gab es beim Räder- und Reifen-Zentrum in Garching einen seltsamen Wertverlust. Drei Gauner stehen vor Gericht.

Wie es dazu kam, muss jetzt vor dem Landgericht geklärt werden, wo drei Gauner auf der Anklagebank sitzen. Giuseppe G. (31) war in der Garchinger BMW-Niederlassung als Verkäufer tätig. Sein Job war es, gebrauchte Radsätze in Qualitätsstufen einzuordnen. Sechs Mitarbeiter wies er laut Anklage an, Räder als möglichst minderwertig einzustufen. Wenn sie nicht folgten, so Staatsanwalt Oberhauser, drohte er ihnen, dass sie ihren Job bei BMW verlieren!

Die angeblich minderwertige Ware verkaufte Giuseppe G. an die Autohändler Emre K. und Deniz C. (beide 31) weiter. Diese konnten die Radsätze mit entsprechend sattem Gewinn weiterverkaufen. Der Staatsanwalt: „Zwischen den Angeklagten war vereinbart, den erlangten Erlös zu teilen.“ Und der fiel der Berechnung des Anklägers zufolge ziemlich fett aus: Um 417 447,63 Euro wurde BMW geprellt! „Um eine Entdeckung zu verschleiern“, so die Anklage weiter, habe sich das Duo noch Michael F. ins Boot geholt – zum Ausstellen der Rechnungen.

Am 3. Februar flog der Schwindel auf. Giuseppe G. und die Kfz-Händler sitzen seither in Untersuchungshaft. Deniz C. ist in der Zwischenzeit Papa geworden. Die Vorsitzende Richterin Rosi Datzmann erlaubte ihm gestern, sein Kind erstmals sehen zu dürfen. Dank eines Deals darf er das vorerst sogar öfter.

Denn am Abend fiel das Urteil: Er bekommt 2 Jahre und 5 Monate, Emre K. 2 Jahre und 10 Monate und Giuseppe G. 2 Jahre und 9 Monate Knast. Bis das Urteil rechtskräftig ist, bleiben die Betrüger aber auf freiem Fuß.

E. Unfried

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