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Riesen-Chaos in S 4: Bahn kürzt volle Züge

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Die S 4 Nummer 7490 am Mittwochabend in Laim. © Kruse

München - Chaotische Zustände spielen sich seit dem Fahrplanwechsel zur Hauptverkehrszeit auf der S 4 nach Geltendorf ab: In den Zügen herrscht drangvollste Enge: Umfallen unmöglich!

Fahrgäste kommen teils nicht mehr in den Zug. Grund: Die S-Bahn hat die dreiteiligen Langzüge, in denen bereits vorher viele Fahrgäste stehen mussten, um einen Zug gekürzt. Erboste Pendler zur tz: „Eine Fahrt wie im Viehwaggon!“

Beispiel: Die S 4, die am Hauptbahnhof um 18.21 Uhr abfährt: Der Zug ist so voll, dass der Zug in Laim zwei Minuten steht, weil verzweifelte Reisende versuchen auszusteigen, aber nicht durch das Gedränge fanden. Andere Fahrgäste kommen nicht mehr in den Zug. Reisende mit Gepäck hätten keine Chance mitzufahren.

Seit Sonntag fährt die S 4 statt der Airport-Linie 8 nach Geltendorf. Bei dieser Gelegenheit hat die S-Bahn in der Hauptverkehrszeit morgens zwischen 7.54 und 8.54 Uhr von Geltendorf nach München und abends zwischen 18.21 und 19.01 Uhr in umgekehrter Richtung das Platzangebot auf einem der am stärksten frequentiertesten Linienäste willkürlich und im Wissen um die Fahrgastzahlen um ein Drittel reduziert. Jetzt müssen die Fahrgäste morgens ab Fürstenfeldbruck und abends bis Puchheim stehen. Und auch im Spätverkehr fahren nur noch Kurz- statt Vollzüge. Nicht nur bei der tz beschwerten sich Leser. Auch Puchheims Bürgermeister Herbert Kränzlein erreichten unzählige Protest-Anrufe.

Eine Bahnsprecherin: „Wir kennen die Probleme und suchen nach Lösungen.“ Der Freistaat als Mitfinanzierer der S-Bahn hat keine Chance, für Abhilfe zu sorgen. Fritz Czeschka, Chef der Bayerischen Eisenbahngesellschaft: „Laut Vertrag mit der DB dürfen vier Personen pro Quadratmeter stehen.“

K.H. Dix

Stopfer wie in Japan

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Heinrich Norbert, Puchheim © Kruse

In Japan stopfen Bahn-Mitarbeiter die Leute in die überfüllten U-Bahnen. Diese Stopfer bräuchten wir inzwischen bei der S 4 auch, um die Fahrgäste an den Stationen von hinten nachzuschieben. Frauen mit Kinderwagen haben überhaupt keine Chance mehr, in den Zug zu kommen.
Heinrich Norbert, Puchheim

Es ist nur furchtbar

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Marianne Miltenberg, Fürstenfeldbruck © Kruse

Ich bin entsetzt. Seit dem Fahrplanwechsel am Sonntag ist die Situation furchtbar. Vorher habe ich meist sogar noch einen Sitzplatz bekommen, jetzt kann man nicht mal stehen, ist im Zug total eingequetscht. Die Situation ist untragbar.
Marianne Miltenberg, Fürstenfeldbruck

Das ist eine Sauerei

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Hermine Riedel, Puchheim © Kruse

Das ist eine absolute Sauerei, in der Hauptverkehrszeit die ohnedies vollen Züge zu kürzen. Die S 4 ist so voll, dass man nur noch dicht gedrängt steht und sich nicht mal mehr umdrehen kann. Die Fahrt in der S 4 ist wie ein Transport im Viehwaggon.
Hermine Riedel, Puchheim

Ich fahre wieder Auto

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Andreas Ziegler. Puchheim © Kruse

Seit Sonntag ist S-Bahnfahren eine Katastrophe: der Fahrpreis ist höher und der Service schlechter. Da heißt es immer, man soll vom Auto auf die Bahn umsteigen, von wegen. Ich schaue mir das noch ein paar Tage an, dann steige ich wieder aufs Auto um.
Andreas Ziegler. Puchheim

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