Neubau am Stachus begeistert nicht alle

"Riesen-Tetris", "Skandal": Meinungen zum Königshof

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Eine Aufwertung für die Münchner Innenstadt oder ein Hotel in Riesen-Tetris-Form?

München - Eine Aufwertung für die Münchner Innenstadt oder ein Hotel in Riesen-Tetris-Form? Das sagen unsere User zum neuen Königshof am Stachus.

Das neue Hotel Königshof am Stachus spaltet die Münchner. Bei den Usern von merkur-online.de und tz.de gehen die Meinungen auseinander. Stehan etwa zollt dem Entwurf Respekt: "Toll. Respekt für den Mut! Nachdem in letzter Zeit bei öffentlichen Neubauten, trotz angeblicher Architekturwettbewerbe, leider nur langweilige, austauschbare Schuhschachteln herauskamen, tut es gut zu sehen, dass wenigestens private Bauherren wissen, dass Architektur mehr kann."

Nutzer genau a so ist ähnlicher Meinung: "Das gefällt mir aber gut, mal schön und modern, aber mit Stil." fettwebel schreibt: "Ein weiter Bogen von Kaufhof bis Justizkasten. Dazwischen passt kein fauler Kompromiss. Dieses Modell ist eine deutliche Marke. Passt."

macht nur weiter so ist hingegen der Meinung, dass das Gebäude der Landeshauptstadt überhaupt nicht steht: "Das ist nicht München! Das könnte überall auf der Welt stehen!" Und Ferkelstinker gibt der Politik die Schuld: "Die rot-grünen Brüder und Schwestern lassen doch seit Jahren die Stadt systematisch verunstalten. Warum regen sich die Leute jetzt erst auf?"

Norbert schreibt: "Es passt aber nicht zum Gesamtkonzept Stachus! Das Gebäude ist nicht in Harmonie mit der Umgebung!"

Warum sind unsere Mülleimer genoppt? 38 kuriose München-Fakten

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1. Alle Entfernungs-Angaben zu München auf Bayerns Autobahnen beziehen sich auf die Mariensäule. © dpa
2. Wenn man das gesamte Straßennetz der Stadt per Taxi durchqueren würde, dann müsste man etwa 3460 Euro löhnen. © dpa
3. In München gibt es 10 962 Künstler, in der Kulturwirtschaft sind 40 140 beschäftigt. © dpa
4. Rund 40 000 Tauben bevölkern München. © dpa
5. Durch Falschparker nimmt die Stadt im Jahr zirka 10,5 Millionen Euro ein. © dpa
6. Seit Thomas Seehaus (Symbolfoto) ist München Millionenstadt: Er kam am 15. September 1958 zur Welt. Eltern: Hubert (Kaminkehrermeister) und Brigitte aus Pasing. © dpa
7. Die Dienstumkleide-Kabinen der Polizeiinspektion 22 am Prinzregentenplatz befinden sich im ehemaligen Schlafzimmer Adolf Hitlers. © Kurzendörfer
8. In den U-Bahnhöfen Odeons- und Goetheplatz laufen seit dem Jahr 2000 ununterbrochen zwölf Klassik-Stücke – in einer 300-Minuten-Schleife. © Kurzendörfer
9. Der FC Bayern hat auf Facebook über sechs Millionen Fans – das sind mehr als die nachfolgenden zehn deutschen Fußballclubs zusammen. © dpa
10. 2011 zogen 112 947 Menschen nach München – Rekord der vergangenen 20 Jahre. © dpa
11. Eines der beiden Uhrenblätter am Isartor (hier das "andere") ist verkehrt herum angebracht. Das ist europaweit einmalig! © Schlaf
12. Die Abfalleimer sind genoppt, damit Wildplakatierer keine Chance haben. © Kurzendörfer
13. Würde man eine Linie zwischen dem Nordturm der Frauenkirche und dem Turm der Heilig-Geist-Kirche verlängern, würde sie genau nach Mekka führen. © dpa
14. Bei uns leben 30 828 Hunde, die täglich sechs Tonnen Hundekot erzeugen. © dpa
15. Eine Wiesnmass hat etwa so viel Alkohol wie acht Schnäpse. © dpa
16. Die Ziegen, die das Leder für neue Lederhosn für die Wiesn liefern, haben in Indien oder Pakistan gegrast. © dpa
17. In Hella­brunn sind 19 183 Tiere. © Tierpark Hellabrunn
18. Der kleinste Friedhof steht in Neuhausen und hat 175 Grabstätten. © Haag
19. Die laufenden Füße und die Augen des Tatort-Vorspanns wurden am Flughafen München-Riem gedreht. © dpa
20. Der Wolfsbrunnen am Kosttor zeigt Rotkäppchen und den Wolf, weil dessen Stifter Adolf Wolf hieß. © Emons Verlag
21. Die Klingel gehört zur Burschenschaft Stauffia (Stollbergstr. 16). © Emons Verlag
22. Das Wiesn-Riesenrad war das erste weltweit mit „Zacken“ – also außen aufgehängten Gondeln. © dpa
23. In den insgesamt 53 Pflegeheimen der Stadt liegt die Männerquote nur bei 21 Prozent. © dpa
24. Das nicht anerkannte, selbsternannte Fürstentum Seborga (Italien, 323 Einwohner) hat ein Konsulat in Bogenhausen. © Symbolfoto: dpa
25. München liegt südlicher als Wien (Foto). © dpa
26. Die erste Aufgabe des ersten namentlich bekannten Henkers Münchens, „Magister Haimpert“: Er hängte seinen Vorgänger (14. Jh.). © dpa
27. Die Frauenkirche war das erste deutsche Fotomotiv. © dpa
28. Die Knetmasse wurde im Jahr 1880 vom Münchner Apotheker Franz Kolb erfunden. © dpa
29. Die US-Hardrockband Mötley Crüe hat extra zwei Umlaute in ihren Namen einbauen lassen, weil Löwenbräu ihr Lieblingsbier ist. © dpa
30. Die Blattschneiderameise (Symbolfoto) Resi ist mit fünf Millimetern Länge das kleinste Tier Hellabrunns. © dpa
31. 248 Einwohner Münchens sind über 100 Jahre alt. © dpa
32. Früher verwendete man in einigen deutschen Gegenden das Wort „münchen“ für kastrieren. © dpa
33. Jeder Baum der Stadt muss eine Grundfläche von 24 qm und eine Mindestbreite von drei Metern zur Verfügung haben. © düa
34. Jimi Hendrix erfand sein Gitarrenschrotte am 9.11.66 in Schwabing ("Big Apple") © dpa
35. Eine über 300 Jahre alte Linde am Westfriedhof ist der älteste Baum der Stadt. © Jantz Sigi
36. Zur Wiesn-Zeit fahren die Rolltreppen schneller. © Schlaf
37. Die Monatsmiete der Tiefgarage im neuen Palais an der Oper kostet so viel wie der Hartz-IV-Monatsregelsatz: 375 Euro. © Schlaf
38. In München gibt es 50 000 leere Grabstätten. © Symbolfoto: Jantz

"Das kann ein Kleinkind auch malen."

stückeschreiber gibt sich diplomatisch: "Es ist nicht der hässlichste Bau von München, aber auch nicht der schönste." Und max57 findet: "Schön ist anders! Wer genehmigt denn so was? Da braucht es keinen Architekten; das kann ein Kleinkind auch malen."

Schmock würde den Entwurf offenbar am liebsten exportieren: "Glas-Beton-Brutalismus passt wunderbar in die Wüste nach Dubai, aber nicht an den Münchner Altstadtring. Auf das im Kern spätbarocke, von Gabriel von Seidl elegant überformte Stachusrondell mit dem organisch integrierten mittelalterlichen Karlstor passt es wie eine Barbarenfaust."

Userin Petra wird richtig konkret: "An so einem zentralen Platz so ein gewaltiges und geschmacksfreies Ding hinzustellen - ein Skandal. München wird immer lebensunwerter." krakos hingegen ist anderer Meinung: "Da traut sich ein Hotel etwas anderes, nicht 08/15-Hotelmäßiges, zu, will dafür einen hässlichen Block abreißen und trotzdem heulen alle. Man wird sowas nie verstehen..." Auch UlliStein hat eine ähnliche Ansicht: "Das ist von allen angedachten Entwürfen der von einer Schuhschachtel entfernteste. Endlich traut sich München mal was, gefällt mir sehr!"

Und Thomas Ribitsch eilt den Architekten zu Hilfe: "Als Experte bin ich der Ansicht, dads es ein super Entwurf ist und eine Aufwertung für die gesamte Innenstadt mit sich bringt. Weiter so!" CharlyCobra erinnert der Entwurf an ein Computerspiel: "Also ein langweiliger Betonklotz ist es ja nicht, und über Geschmack lässt sich sowieso streiten. Für mich sieht es aber aus, als wäre beim Riesen-Tetris was übriggeblieben."

"Ganz München sieht bald so aus"

Auch auf Facebook kommentieren unsere Follower. Itzi B. schreibt: "Also ich find das furchtbar." Und Ronny T. findet: "Einheitsarchitektur. Ganz München sieht bald so aus." Userin Daniela K. denkt an den gesamten Karlsplatz: "Dieses Gebäude würde überall passen, nur nicht am Stachus! Man sollte Neubauten der Umgebung anpassen."

Auch Jutta R. ist der Meinung: "Das hat uns in unserer schönen Stadt gerade noch gefehlt." Und Gabi K. ist sich sicher: "Das wird das hässlichste Haus am Platz!"

Einige Leser haben sich auch per E-Mail zum Königshof geäußert. Einer schreibt: "Was ist nur aus unserem München geworden? Dieses Gebäude gehört ja verboten. Die alten Fassaden kommen alle weg und so häßliche Betonbunker werden hingestellt. Schrecklich."

Und ein anderer findet: "In den letzten Jahren mussten wir uns schon einiges zur Verunstaltung Münchens bieten lassen. Aber nun ist es genug! In diesem Fälle gehören der Bauherr, der Architekt, der Plangenehmiger und sein oberster Dienstvorgesetzter zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt, um die Stadt vor weiteren Schäden zu bewahren."

Am diplomatischsten zu der Frage, ob der neue Königshof nun schön oder nicht schön ist, äußert sich aber tz-Leser Erwin Lindemann: "Das alte Hotel abreißen und eine kleine, aber feine Grünfläche mit Bäumen schaffen. Ganz einfach!"

pak

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