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Söder will eine Ring-S-Bahn: Ministerpräsident hat einen Milliarden-Plan für München

In Geberlaune: Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
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In Geberlaune: Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Markus Söder plant eine Art Wellness-Kur für München und die Region. Denn der Ministerpräsident sorgt sich, dass der Erfolg der Landeshauptstadt zum „Bumerang“ werden könnte und München zur gesichtslosen Mega-City verkommt.

München - Deshalb legte der CSU-Politiker am Montag einen ersten – noch vagen – Plan vor: gegen „Wachstum um jeden Preis“, damit die Landeshauptstadt „ihr bayerisches Flair, ihre Lässigkeit“ erhalten kann.

Konkret will sich Söder nach der Wahl mit Oberbürgermeister Dieter Reiter und den Landräten der umliegenden Kommunen treffen, um künftig die Zusammenarbeit besser zu verzahnen – „unabhängig von Parteiinteressen“, wie der CSU-Politiker betonte. Außerdem will er einen München-Beauftragten in seinem Kabinett bestimmen. Und Söder verspricht Geld – allerdings ohne konkrete Summen zu nennen. Schon jetzt gebe der Freistaat jährlich fünf Milliarden Euro für München aus, und da werde er künftig sicher noch einiges drauf geben, versprach Söder. Der Ministerpräsident beteuerte bei der Vorstellung seines Konzepts, ihm gehe es dabei nicht um Wahlkampf, sondern um ein langfristiges Konzept.

So lobte er den SPD-OB, der in „eine ähnliche Richtung wie ich“ denke, rüffelte jedoch die frühere rot-grüne Stadtregierung unter OB Christian Ude, wo „viele Probleme vertagt“ und der U-Bahn-Bau „praktisch zum Erliegen“ gekommen sei. Söders München-Plan im Einzelnen:

Eine Ring-S-Bahn für München? Söder hätte sie gerne.

Verkehr: Söder will eine Ring-S-Bahn, die über ein Netz von Express-Bussen zur ersten und künftigen zweiten Stammstrecke verbunden ist. Zudem fordert er eine U-Bahn-Strategie für München, da die U-Bahn das entscheidende Verkehrsmittel sei. Söder sprach sich erneut gegen Auto-Fahrverbote aus, da dies nur den „Stress erhöhen“ würden. Der Mittlere Ring solle komplett kreuzungsfrei und wo nötig mit weiteren Tunnelbauten ergänzt werden.

„Alle Wünsche werden finanziert“

Kinderbetreuung: Um den „Eltern-Stress“ abzubauen, sollen „alle Wünsche“ der Stadt und der Umland-Kommunen in Sachen Kinderbetreuung „eins zu eins“ umgesetzt werden: „Alle Wünsche werden finanziert“, versprach Söder.

Wohnungsnot: Es müsse „mehr und schneller“ gebaut werden. Konkret: „Hochhäuser dort, wo schon welche sind oder wo man aufstocken kann. Zudem sollen „bislang ungenutzte Flächen wie Parkplätze“ bebaut werden. Da sich Städte künftig stark aufheizen werden, müssten zudem „Luftschneisen nicht nur erhalten, sondern neu geschaffen“ werden. Es gebe bereits ein „ungeschriebenes Bündnis für Wohnungen“ zwischen Bund, Ländern und Kommunen, weshalb er zuversichtlich sei, dass sich hier etwas bewegen werde. Die Planungsprozesse sollten zudem beschleunigt werden.

Sicherheit: Söder will das Personal bei der Polizei weiter aufstocken und mehr Fußstreifen in der Stadt auf Patrouille schicken. Zudem solle zur Abschreckung die Video-Beobachtung weiter ausgebaut werden.

Kultur: Der Freistaat plant einen „Kunst-Campus“ an der Theresienstraße mit neuen Ausstellungsflächen für Kunst und Wissenschaft. Zudem will Söder das Filmfest München zu einem „Medienfestival“ weiter entwickeln, wo etwa auch der Riesen-Markt der Computerspiele berücksichtigt werden soll.

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