Fahrbahnteilung, dritte Spur und dann ein Tunnel?

Ring-Stau: 3-Punkte-Plan gegen Nadelöhr

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Der Stau am Englischen Garten soll entschärft werden. Erst werden die Fahrspuren am Isarring getrennt. Dann wird der Radweg in eine dritte Fahrspur umgebaut. Ob es je einen Tunnel unter dem Englischen Garten geben wird, ist ungewiss.

München - Es war ein Stau mit Ansage: Seit der Eröffnung des Richard-Strauss-Tunnels im Juli 2009 stehen die Autos an der Ampel im Englischen Garten regelmäßig am Isarring Schlange – nicht selten bis in den neuen Tunnel hinein. Ein 3-Punkte-Plan soll jetzt Abhilfe schaffen:

Verantwortlich ist die Ampel an der Einfädelung der Ifflandstraße. Das KVR hatte lange vor dem Tunnelbau auf das Problem hingewiesen, doch 2006 lehnte Rot-Grün eine dritte Fahrspur am Isarring ab, mit der man auf die Ampel hätte verzichten können. Jetzt soll der Fehler behoben werden – mit einem Drei-Punkte-Plan, den der Stadrat am Mittwoch absegnete.

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1. Fahrbahnteilung

Noch in diesem Jahr soll ein Provisorium eingerichtet werden, mit dem man den Stau entschärfen will: Das Zauberwort lautet „Teilsignalisierter Knoten“. Das heißt, dass von den beiden Fahrspuren des Isarringes nur noch eine mit einer Ampel versehen wird: Die Autofahrer auf der linken Spur können dann durchfahren, die auf der rechten müssen zeitweise an der Ampel die Autos von der Ifflandstraße passieren lassen. Dazu müssen die Fahrbahnen am Isarring 200 Meter vor der Ampel getrennt werden. Ein mutiges Vorgehen, denn so eine Verkehrsregelung ist noch nie getestet worden. Polizei und Innenministerium stimmten zu – unter der Bedingung, dass die Lösung nur als Provisorium dient. Sollten viele Unfälle passieren, so die Behörden, müsse die Regelung sofort aufgehoben werden. Das Provisorium könnte in fünf Monaten realisiert werden, im Sommer wäre der erste Schritt zur Entschärfung der Staufalle getan.

2. Dritte Spur

Die eigentliche Entschärfung soll durch den Anbau einer dritten Fahrspur im Norden des Isarrings geschehen. Allerdings steckt hier der Teufel noch im Detail. Das Rathaus schlägt vor, den Radweg am Isarring für die dritte Spur zu opfern, da er kaum genutzt wird, es gibt weiter nördlich ruhigere Strecken. Das Referat bevorzugt eine Variante, die den Englischen Garten einen Meter Platz kosten würde, dazu müssten 28 Bäume gefällt werden. Die Baukosten lägen bei 2,6 Millionen Euro, die Bauzeit bei einem halben Jahr. In vier Jahren könnte das Projekt fertiggestellt sein.

Die Grünen wollen aber nur 30 Zentimeter Englischer Garten opfern, das wären 15 Bäume weniger. Dazu müssten aber die Fahrspuren um insgesamt 50 Zentimeter verringert werden gegenüber der Planung, auch der Mittelstreifen müsste von 1,50 auf 1,30 Meter schrumpfen. Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher: „Mit Tempo 50 in diesem Bereich würde das gehen.“ Bis zur nächsten Stadtratssitzung soll das Planungsreferat klären, ob das möglich ist. Es ist aber zweifelhaft, ob die Regierung von Oberbayern ihr Plazet gibt, drei Meter breite Spuren sind unüblich. Auch der schmälere Mittelstreifen könnte teurer werden, wenn dafür Leitungen verlegt werden müssen.

3. Tunnel?

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Dann wäre noch der Traum des Schwabinger Ehepaares Petra Lejeune und Hermann Grub, die den Isarring im Englischen Garten untertunneln wollen. Die Allianz Stiftung hat zugesagt, eine Machbarkeitsstudie mit 150 000 Euro Zuschuss zu finanzieren. Baukosten: 50 Millionen. Der Stadtrat hat nichts dagegen, doch die Tunnelprojekte an bewohnten Abschnitten des Mittleren Rings in Giesing und Neuhausen haben Vorrang.

aJohannes Welte

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