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Rischart-Haupthaus in München: Stadt bietet 100 Millionen Euro - Bäckerei verhandelt exklusiv mit Verwaltung

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Von: Sascha Karowski

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Rischart möchte seinen Firmensitz an der Buttermelcherstraße verkaufen. Die Stadt bietet 100 Millionen Euro.
Rischart möchte seinen Firmensitz an der Buttermelcherstraße verkaufen. Die Stadt bietet 100 Millionen Euro. © Marcus Schlaf

Großbäcker Rischart und die Stadt verhandeln exklusiv über den Kauf der Backstube an der Buttermelcherstraße. Demnach würde die Verwaltung 100 Millionen Euro für das Areal zahlen. Dort könnten 88 Wohnungen für 78,3 Millionen Euro entstehen.

München - München braucht Wohnungen. Und das lässt sich die Stadt auch etwas kosten. Nun könnte sie in zentraler Lage rund 100 neue bauen. Aber für einen stolzen Preis. Wie berichtet, will die Bäckerei Rischart ihren Firmensitz an der Buttermelcherstraße 16 im Gärtnerplatzviertel verkaufen. Das Traditionsunternehmen errichtet eine neue Backstube an der Theresienhöhe. Wie aus nicht-öffentlichen Unterlagen des Kommunalausschusses hervorgeht, verhandelt Rischart nun exklusiv mit der Stadt über den Verkauf. Demnach soll die Verwaltung bereit sein, 100 Millionen Euro nebst fünf Millionen Euro Erwerbsnebenkosten zu zahlen - nur für das Grundstück. Darauf könnten bis zu 88 Wohnungen entstehen. Kalkuliert wird mit Baukosten von 78,3 Millionen Euro.

Rischart-Gebäude im Gärtnerplatzviertel: Bäckerei entscheidet, exklusiv mit der Stadt zu verhandeln

Zuvor hatte Rischart das Areal an der Buttermelcherstraße zum Verkauf angeboten. Es hätte mithin auch von einem Investor erworben werden können, der möglicherweise erheblich mehr gezahlt, dann aber vermutlich wenig günstigen Wohnraum in zentraler Lage geschaffen hätte. Dem wollte insbesondere der Stadtrat vorgreifen. Nach dem Angebot der Stadt über 100 Millionen Euro hat sich Rischart dazu entschlossen, zunächst nur mit der Verwaltung weiterzuverhandeln - auch aufgrund des guten Verhältnisses zur Landeshauptstadt, wie es in der Vorlage heißt. Das Angebot liege im vorderen Bereich der Angebot. Die übrigen Bieter würden informiert.

Pikant: Rischart plant den Verkauf des Firmensitzes bereits länger. Schon 2019 hätte die Stadt das 3100-Quadratmeter-Areal haben können - für 79 Millionen Euro. Der damalige Stadtrat lehnte den Kauf aber mehrheitlich ab. Für den Kauf nun spricht, dass das Nebengebäude Buttermelcherstraße 14 bereits der Stadt gehört, die Fläche könnte also insgesamt entwickelt werden. Auf dem Rischart-Gelände befinden sich 14 Bestandswohnungen, 88 weitere könnten dort entstehen. Hinzu kommen weitere Wohnungen auf dem Areal der Hausnummer 14. Überdies würde ein Kauf das Erhaltungssatzungsgebiet Gärtnerplatz - Glockenbachviertel stärken.

Rischart-Haupthaus in München: Neubau an der Theresienhöhe wird wohl erst 2024 fertiggestellt

Das alles vermutlich aber erst nach fünf bis neun Jahren. Denn Rischart wird frühestens 2024 an die Ecke Theresienhöhe und Hans-Fischer-Straße umziehen, wo auf 5400 Quadratmetern die neue Bäckerei entsteht. Bis 2025 soll das Areal im Gärtnerplatzviertel vermutlich noch von der Firma genutzt werden.

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