Rischtisch kuschlisch: Howard Carpendale in der Philharmonie

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Howard Carpendale (Archivfoto)

München - Philharmonie statt Olympiahalle - doch Howie wäre nicht Howie, wenn er den kleineren Rahmen nicht charmant verkaufen würde: die Konzertkritik.

Er fängt den Wind niemals ein – aber immer noch (fast) jede ­Lady jenseits des Jugendwahns. Howard Carpendale, der Frauenglücklischmacher, hat tourneetechnisch abgerüstet. Statt in der Olympiahalle, wie noch 2010, fand sein Damentänzchen diesmal in der Philharmonie statt. Doch Howie wäre nicht Howie, wenn er den kleineren Rahmen nicht charmant verkaufen würde: „Isch find’s schön, wenn es so intim ist“, versicherte er treuherzig. Carpendale näher am Menschen also, vor allem an der Menschin (geschätzte 85 Prozent weibliches Publikum). Rischtisch kuschlisch war’s, und Howie rischtisch gut. Seine exzellente Zehn-Mann-Band, samt drei Chorknaben und Percussion, modernisiert die alten Heck-Hadern gekonnt und präzise. Wobei: Musikalisch gibt es ohnehin keinen Grund zu hadern. Nachts, wenn alles schläft oder Du fängst den Wind niemals ein sind einfach nur prima deutsche Schlager – und meilenweit entfernt vom aktuellen Synthesizer-Schrott einer Berg, Fischer & Co.

Kleinere Ausrutscher wie das ­gerappte Ob-La-Di, Ob-La-Da (das aber auch im Original eine von McCartneys dunklen Stunden war) oder das grausige Last Christmas mit der Powerpoint-Sternchen-­Videoanimation als Zugabe seien Howie verziehen. Insgesamt war’s eine starke Show. Nachts, wenn alles klatscht, da ist man gern ­dabei.

Jörg Heinrich

So wirkt Musik auf unseren Körper

Strec

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