Stattdessen viele Einzelshows

Schock für Rock-Fans: Rockavaria 2017 findet nicht statt

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Fans beim Metallica-Konzert 2015.

München - Aller guten Dinge sind drei - doch das gilt leider nicht für das Rockavaria-Festival: Denn das findet 2017 nicht statt.

Schon länger war spekuliert worden, welche Bands 2017 den Olympiapark rocken werden: Nach Metallica, Iron Maiden, Muse und Kiss, die bereits in München zu Gast waren, waren die Erwartungen an das Rockavaria 2017 natürlich hoch. Nun teilt der Veranstalter Global Concerts jedoch mit, dass es in München 2017 kein Rockavaria-Festival geben wird. „Wir haben hart daran gearbeitet, ein Lineup zu verpflichten, das unseren hohen Ansprüchen gerecht wird“, ist in der Presemitteilung von Global Concerts zu lesen. „Wir wollen unserer Absicht treu bleiben, Rockavaria nur dann zu präsentieren, wenn es gut genug ist. Nachdem nun unsere letzten Eisen im Feuer erloschen sind, ist das nicht gegeben.“

Um welche Bands es dabei genau geht, ist leider nicht klar. Viele Fans wünschten sich wohl auch deutsche Headliner beim Rockavaria wie Rammstein, Die Ärzte oder Die Toten Hosen. 31 Prozent der Leser unserer Online-Seite etwa hätten Rammstein gerne in München gesehen, was bei einer Online-Abstimmung (Stand: 3. November 2016) herauskam. Schon im Dezember war das Festival offenbar auf der Kippe gestanden.

Musik-Fans müssen aber trotzdem nicht auf hochkarätige Bands verzichten: Aerosmith wird seine Abschlusshow auf dem Königsplatz geben, außerdem haben sich Kiss und Deep Purple ebenfalls für Konzerte in München angekündigt - allerdings in Einzelshows.

Kein Rockavaria 2017 - Kiss, Deep Purple und Aerosmith in Einzelshows

In der Pressemitteilung von Global Concerts ist weiter zu lesen: „Selten haben sich so viele Mega-Rock-Bands für Konzerte in der Landeshauptstadt gewinnen lassen. Wir bieten unserem Publikum eine ganze Reihe an hochkarätigen Einzelshows in tollen Locations. So spielen beispielsweise Aerosmith ihre Abschlussshow in Süddeutschland auf dem Königsplatz (26.05.2017) und Dream Theater eine ihrer ganz wenigen Deutschland-Shows im Zenith (09.05.2017), gefolgt von Kiss (18.05.2017) und Deep Purple (19.05.2017) in der Olympiahalle. In der Tonhalle stellen Gotthard schon am 02.03.2017 ihr neues Album vor, Ghost gastieren im Rahmen ihrer Tour am 23.04.2017 im Kesselhaus.“

Die Einzelkonzerte im Überblick:

  • Aerosmith: 26. Mai (Königsplatz)
  • Dream Theater 9. Mai (Zenith)
  • Kiss 18. Mai (Olympiahalle)
  • Deep Purple 19. Mai (Olympiahalle)
  • Gotthard 2. März (Tonhalle)
  • Ghost 23. April (Kesselhaus)

Rockavaria 2017: „Nicht existente Kommunikation“

Auch schon der letzte offizielle Eintrag auf der Facebook-Seite des Festivals stammt aus dem September 2016. Dafür gibt es dort Kommentare von Fans, die bislang lange auf Informationen hofften und ihrem Unmut über die „nicht existente Kommunikation“ Luft machten. „Das ist bei einem Festival dieser Größe einfach nicht akzeptabel“, heißt es da. Oder: „So geht man nicht mit seinen Kunden/Gästen um.“

Vor einigen Monaten hatte ein Sprecher des Olympiaparks noch bestätigt, dass das letzte Mai-Wochenende, an dem das Festival in den vergangenen Jahren stattfand, auch 2017 für Rockavaria geblockt sei. Zuletzt äußerte er sich nicht mehr dazu und verwies auf die Deutschen Entertainment AG (DEAG), die wiederum nur mitteilte, man werde sich melden, wenn es neuen Informationen gibt. Neues zum Festival gab es nicht, dafür aber die großen Ankündigungen für DEAG-Konzerte von Aerosmith und Kiss - ebenfalls im Mai in München.

Das Aus für Rockavaria bedeutet nun auch zumindest zunächst das Aus für die Festival-Pläne der DEAG in Deutschland, die angetreten war, den großen Spektakeln „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ von Marek Lieberberg Konkurrenz zu machen. Eigentlich wollte DEAG-Chef Peter Schwenkow den legendären Nürburgring als Festivalgelände übernehmen und „Rock am Ring“-Betreiber Marek Lieberberg Konkurrenz machen. Doch statt der „Grünen Hölle“ am Ring gab es „Rock im Revier“ in Gelsenkirchen, Rockavaria in München - und einen finanziellen Verlust in Millionenhöhe.

Rockavaria 2017: Auch Rock im Revier schon abgesagt

Auch das gefloppte „Rock im Revier“ wurde bereits abgesagt. Im dritten Jahr nach dem Eintritt der DEAG in den Festivalmarkt hat nur „Rock in Vienna“ in der österreichischen Hauptstadt überlebt. Pläne für eine Fortsetzung eines Festivals „Allmend rockt“ in Luzern sind bislang nicht bekannt. Die Homepage zeigt - wie bei „Rockavaria“ - nur Infos aus dem vergangenen Jahr.

„Wir haben im ersten Jahr gelernt und sind deshalb mit unseren vier Festivals einen guten zweistelligen Millionenbetrag günstiger als im vergangenen Jahr“, hatte DEAG-Chef Peter Schwenkow noch 2016 in einem Interview gesagt. „Den zweistelligen Millionenbetrag haben wir im vergangenen Jahr investiert, in diesem Jahr planen wir mit einer schwarzen Null und im nächsten Jahr wollen wir uns das, was wir 2015 investiert haben, zurückholen.“ Damals hatte er auch gesagt: „Ich halte es für wahrscheinlich, dass wir in Luzern und Wien bleiben, München steht auch außer Frage.“

pak

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