Gastro-Könige

Kuffler: So wurden Gerd Käfer und ich Freunde

München - Voller Bewunderung spricht Roland Kuffler vom „Jahrhundert-Partymacher“ Gerd Käfer, der jetzt im Alter von 82 Jahren gestorben ist.

Aus Geschäftspartnern sind engste Freunde geworden: Gerd Käfer (l.) und Roland Kuffler.

Am Donnerstag besuchte Roland Kuffler (77) noch einmal seinen Freund und Geschäftspartner Gerd Käfer (82). „Du, Gerd, in Wiesbaden und Frankfurt läuft alles. Mach dir keine Gedanken“, sagte Kuffler zu Käfer – die zwei Münchner Gastro-Könige mit K. Neben ihren eigenen Imperien haben sie sich ein gemeinsames Reich aufgebaut: In Wiesbaden und Frankfurt beschäftigen sie 1000 Mitarbeiter in Kurhaus, Spielbank, Alter Oper, Flughafen und Co. Was für eine Allianz!

Voller Bewunderung spricht Kuffler vom „Jahrhundert-Partymacher“ Käfer. „Er war immer da. Nachts war er immer der Letzte – bis um vier Uhr. Und um halb acht haben wir wieder zusammen gefrühstückt“, sagt Kuffler. „Ich weiß auch nicht, wie er das gemacht hat. Er hatte ein starkes Herz. Ein gutes und ein starkes Herz.“

Alles geht vor mehr als drei Jahrzehnten los. Käfer spricht Kuffler an, ob er nicht im Wirtshaus im Grüntal in Bogenhausen einsteigen wolle. Kuffler kauft Käfers Kellner die Geschäftsanteile ab. „Es war eine herrliche Zeit“, erinnert sich Kuffler. Aber bald bleibt die Kundschaft weg. Erst steigt Käfer aus, dann gibt Kuffler auf. Nicht alles, was sie anpacken, verwandelt sich in Gold. Aber fast alles.

In anderen Branchen oder Städten würden sich zwei solche Restaurant-Regenten bekriegen. In München stellt der eine auf der Wiesn einfach ein eigenes Promi-Zelt neben das des anderen – 1984 kam das Weinzelt zu Käfers Wiesn-Schänke. Anfang der 90er-Jahre machten sie in Hessen gemeinsame Sache. Das gelingt, weil die beiden sich ergänzen: „Was das Finanzielle betrifft, hat er mich schalten und walten lassen“, sagt der Zahlenmann Kuffler. „Der Gerd war wie ein Zirkuspferd.“ Sie hätten auch riesige Auseinandersetzungen gehabt. Die seien aber spätestens nach acht Tagen beigelegt gewesen.

Jetzt ist er für immer gegangen. Gerd Käfer sei in einem hohen Alter friedlich eingeschlafen, sagt Kuffler. „Sein Tod geht mir nah“, sagt der eine Gastro-König mit K über den anderen. „Er wird uns schon noch abgehen.“

DAC

Rubriklistenbild: © Jantz

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