Freistaat soll zahlen

Rolls-Royce rammt Rolls-Royce

München - Auf der Münchner Luxusmeile, der Maximilianstraße, rammt ein Rolls-Royce einen anderen Rolls-Royce. Das Bizarre an der Geschichte: Der Freistaat soll für den Schaden aufkommen.

Der Edel-Unfall der beiden mindestens 420.000 Euro teuren Schlitten passiert in der Nähe des Hotels "Vier Jahreszeiten", wo ein Münchner Luxuswagen-Händler gerade sein schwarzes Phantom-Coupé vor dem Hermès-Laden eingeparkt hat. 

Ein weiterer Rolls-Royce steht vor dem Hotel, am Steuer: ein Geschäftsmann aus Dubai. Dieser erspäht hinter der anderen Limousine einen weiteren Parkplatz. Mit viel Schwung wendet er seinen güldenen Luxuswagen, unterschätzt dabei dessen Länge - und rammt den linken Radlauf des schwarzen Fahrzeugs.

Doch das scheint den Fahrer nicht zu interessieren. Anstatt sich um den Schaden zu kümmern, verschwindet er im Hotel. Erst, als die verständigte Polizei den Wagen abschleppt, hinterlegt er 1500 Euro für Abschleppkosten und Unfallflucht. Den Schaden an der Edelkarosse des Münchners - immerhin 6500 Euro - soll die Versicherung später bezahlen.

Was zu diesem Zeitpunkt niemand weiß: Der Unfallfahrer hat für Westeuropa keinen gültigen Versicherungsschutz. Doch bevor das festgestellt wird, ist der Mann schon längst wieder in seine Heimat verschwunden. Die Chancen, das Geld von dem Geschäftsmann aus dem Emirat erfolgreich einzufordern, sind gleich Null.

Um dennoch entschädigt zu werden, verklagt das Unfallopfer laut Süddeutsche Zeitung nun den Freistaat vor dem Münchner Landgericht. Sein Argument: Die Beamten hätten prüfen müssen, ob der Unfallfahrer versichert ist. Das Urteil soll Ende Februar fallen.

mm

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolfoto

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