Rollstuhlfahrer: Kein Einlass in 089-Bar

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Die 089-Bar

München - Diskriminiert die angesagte 089-Bar behinderte Partygänger? Es sind schwere Vorwürfe, die Zan M. erhebt, nachdem er mit seinem Kumpel den Club besuchen wollte.

Christian A. ist auf den Rollstuhl angewiesen

Der 33-Jährige absolvierte in München einen Fortbildungslehrgang für sein Studium als Veranstaltungsfachwirt und vertiefte seine Ausbildung auch vor Ort, unter anderem in der 089-Bar. „Ich fand es da echt super.“ Deshalb wollte er den Club seinem Kumpel Christian A. (Name geändert) zeigen, der ihn am Wochenende in München besuchte. Das Problem: Christian ist auf den Rollstuhl angewiesen. Die beiden kamen nur bis zur Türsteherin. „Uns wurde der Zugang von einer Dame verweigert, nur weil mein Freund Rollstuhlfahrer ist“, erinnert sich M., „die fadenscheinige Aussage wurde begründet mit Platzmangel für den Rollstuhl.“ Dabei kamen die beiden Gäste relativ früh am Abend, „so gegen 22 bis 22.30 Uhr, weil’s da eben noch nicht so voll ist.“

Max Braunmiller, neben Andreas und Christian Haidinger einer der Chefs des 089 am Maximiliansplatz, bedauert den Vorfall. „Natürlich möchten wir uns dafür entschuldigen,“ erklärt der Wirt, „es handelt sich jedoch in keinster Weise um eine Diskriminierung von Rollstuhlfahrern oder anderen behinderten Personen. In unserem eigenen Freundeskreis befinden sich Rollstuhlfahrer, die alle gerne bei uns vorbeischauen und von denen jeder sehr gerne bei uns gesehen ist.“

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Allerdings würden die meisten auch schnell wieder das Lokal verlassen, „weil’s meist zu voll ist, zu viele Stufen zu bewältigen sind, nicht nur beim Zugang, sondern auch drinnen und wir nicht über eine Behindertentoilette verfügen.“ Es sei ihnen aus architektonischen und Denkmalschutzgründen nicht gestattet, den Zugangsbereich behindertenfreundlicher zu gestalten, erklärt Braunmiller, „das mit der Behindertengerechten Toilette ist jedoch in Planung.“

Die Treppe, sagt Zan M., sei kein Problem gewesen. „Christian kann kürzere Strecken gehen, auch Treppen steigen, das haben wir der Türsteherin auch gesagt.“ Er könne es sich nur so erklären, dass der Laden bereits zu voll war, meint Braunmiller: „Mein Personal fühlt sich sicher nicht wohl dabei, einem körperlich Behinderten etwas zu verweigern.“ Christian A. und Zan M. versuchten es daraufhin im Harry Klein Club: „Dort wurden wir herzlichst empfangen und uns sogar beim Eintrittsgeld entgegengekommen, was wir gar nicht wollten. Aber es war doch nach der Erfahrung vor dem 089 schön zu sehen, das es auch Nightlife-Companys gibt, die ihren Kopf benutzen.“

Thomas Oßwald

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