In JVA: Er schlägt alles kurz und klein

Das ist Bayerns rabiatester Häftling

+
Ein Mann wie Dynamit: Knacki Roman D.. In der JVA Stadelheim kommt es zum Glück selten zu gewalttätigen Übergriffen von Häftlingenen.

München - Roman D. ist der rabiateste Häftling Bayerns. In der JVA Amberg zeigte er Mitinsassen mit brutaler Gewalt, was er von ihnen hält. In der JVA Stadelheim verwüstete er das Dienstzimmer eines Beamten.

Im Knast soll alles nach seiner Pfeife tanzen, glaubt Roman D. (30), der wegen eines brutalen Raubüberfalls acht Jahre abzusitzen hat. In der JVA Amberg fühlte er sich berufen, Kinderschändern mit brutaler Gewalt zu zeigen, was er von ihnen hält. Deshalb wurde er nach Stadelheim verlegt. Doch dort schlug der gebürtige Russe mit deutschem Pass richtig zu: Er verwüstete das Dienstzimmer eines Beamten, zertrümmerte Kameras und Monitore!

Mit Steinen zertrümmerte Roman D. Computer

„Ich fühle mich im Recht“, stellte der Angeklagte vor dem Amtsgericht sofort klar. Ein JVA-Beamter, so Roman D., „hat Druck auf mich ausgeübt“. Wie? Auf die Frage der Richterin kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Ich wurde überwacht, die ganze Zeit.“ Die Kameras im Flur seien stets auf ihn gerichtet gewesen.

Zwei schwere Steine, die er beim Hofgang mitgenommen hatte, steckte Roman D. in eine Socke. Damit bewaffnet, stürmte er in das Dienstzimmer und zertrümmerte sofort die Monitore und den Computer. Wuchtig die schwere Socke schwingend, ging der Häftling auch auf den diensthabenden Beamten los. Dieser konnte zum Glück ausweichen und blieb unverletzt. Im Flur zerstörte der Täter mit seiner „Keule“ die beiden Überwachungskameras.

"Kinderschänder kann ich nicht leiden. Die haben das verdient!"

Was war in Amberg vorgefallen? „Ich habe einem Pädophilen einen Stock zwischen die Beine gerammt“, erklärt der Angeklagte mit Stolz vor Gericht und betont: „Kinderschänder kann ich nicht leiden. Die haben das verdient!“ Dieses Strafverfahren steht noch aus, ein paar Jahre Knast wegen gefährlicher Körperverletzung kommen sicher dazu.

Für die versuchte Attacke auf den Beamten und die „gemeinschädliche Sachbeschädigung“ in Stadelheim forderte die Staatsanwältin dreieinhalb Jahre Haft. Pflichtverteidiger Joachim Schwarzenau hielt acht Monate für den angerichteten Sachschaden von 5000 Euro Strafe für ausreichend. Das Urteil: Ein Jahr und acht Monate Haft!

„In dem Dienstzimmer sah es aus wie nach einer Explosion. Überall lagen Scherben“, so JVA-Chef Michael Stumpf zur tz. Einen ähnlichen Fall habe es in Stadelheim noch nicht gegeben. Stumpf: „Ich bin sehr froh, dass der Beamte unverletzt blieb.“

ebu

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager

Kommentare