Eigener Vater will ihn rausklagen

Miet-Drama in München: „Rosenheim Cops“-Schauspieler völlig verzweifelt - „Trifft meine Familie schwer“

Fritz Scheuermann steht auf einer Straße und  hält eine Tasche unter dem linken Arm
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Hier soll er ausziehen: Fritz Scheuermann steht vor dem Haus seiner Eltern in der Lerchenau

„Rosenheim Cops“-Darsteller Fritz Scheuermann wohnt mit seiner Familie seit mehr als einem Jahrzehnt als Mieter im Haus seiner Eltern. Doch die Zeit in München endet nun wohl im Streit.

Update vom 15. März: Diese Familienbeziehung dürfte nachhaltig zerrüttet sein: Der Schauspieler Fritz Scheuermann wurde von seinem eigenen Vater verklagt. Er soll raus aus seiner Wohnung. Jetzt war die Verhandlung vor dem Münchner Amtsgericht. Der 53-jährige Scheuermann lebt mit Frau und Tochter in einer Wohnung im Haus seiner Eltern (siehe unten Erstmeldung). Einen schriftlichen Mietvertrag gab es nie. Das Verhältnis – insbesondere zwischen Vater und Sohn –war schon länger angespannt. Auch mit der Schwiegertochter habe es oft Streit gegeben, sagte Scheuermanns Mutter im Räumungsklagen-Prozess aus.

Sie warf ihrem Sohn zudem vor, im Januar aus Wut mit einer Schneeschaufel Deckenputz zerstört zu haben. Ein anderer Zeuge sagte dagegen, dass die Schäden bereits länger in der Decke zu sehen waren. Fritz Scheuermanns Schwester wiederum berichtete von „Schimpftiraden gegen die Eltern“. „Enttäuscht und erschüttert“ sei er wegen der Vorwürfe, sagte der 53-Jährige. „Ich bin sehr getroffen. Es war teilweise harter Tobak.“ Sein Verdacht ist, dass seine Eltern seine Schauspielkarriere nicht akzeptieren.

Scheuermanns Verteidiger schlug als Vergleich vor, dass der Schauspieler und seine Familie bis Ende Februar 2022 ausziehen. Der Anwalt des Vaters stimmte zunächst zu, noch gibt es aber ein Widerrufsrecht. „Es wäre schön, wenn man das Verhältnis wieder befrieden kann“, hofft Scheuermann.

Miet-Drama in München: „Rosenheim Cops“-Schauspieler völlig verzweifelt - „Trifft meine Familie schwer“

Erstmeldung vom 13. März 2021

München - Der Schauspieler Fritz Scheuermann droht seine Wohnung zu verlieren: Sein eigener Vater will ihn samt Frau und Tochter per Räumungsklage auf die Straße setzen - wohl, weil ihm die Schauspielkarriere des Sohnes nicht passt. „Es ist ein Drama, das mich und meine Familie schwer trifft“, sagt Fritz Scheuermann. Der 53-Jährige ist bekannt aus vielen Filmen, etwa „Dahoam is Dahoam“ und „Rosenheim Cops“*. Er führt aber auch ein ganz bürgerliches Leben und arbeitet als Bauleiter, was kaum jemand weiß.

Wäre er Bauleiter geblieben, gäbe es heute wahrscheinlich kein Problem. Die Schauspielerei sei es gewesen, die wie ein Keil die enge Verbindung mit seinen Eltern durchtrennt habe, sagt Fritz Scheuermann.

München: „Rosenheim Cops“-Schauspieler im Streit mit Vater: Große Angst um Wohnung

„Angefangen haben die Konflikte, als ich als Zimmerermeister und staatlich geprüfter Bautechniker vor zehn Jahren eine Ausbildung zum Schauspieler gemacht habe. Das hat meinem Vater ganz und gar nicht gepasst, ich habe richtig Verachtung gespürt“, erzählt der 53-Jährige. Schon damals gab es Streit, doch dieser wurde dann beigelegt. „Aber das war nur scheinbar, wir haben dann in einer Art Burgfrieden gelebt, wie ich jetzt festgestellt habe“, sagt Scheuermann.

Seit Jahrzehnten lebt er in dem Haus, hat immer Miete gezahlt. Zunächst wohnte er in einem Appartement im Dachgeschoss, im restlichen Haus lebten vier Parteien. Als er mit seiner jetzigen Frau, einer Apothekerin, zusammenziehen wollte, bauten sie mit Zustimmung seiner Eltern das Dachgeschoss zu einer Wohnung aus, die sie dann gemeinsam bezogen.

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2007, als die gemeinsame Tochter auf die Welt kam, wurde diese Wohnung erweitert - mithilfe seines Vaters und Vermieters. „Damals gab es die Überlegung, dass wir ausziehen, denn in der Nähe stand ein Haus zum Verkauf“, berichtet Scheuermann. Seine Eltern hätten damals aber darum gebeten, dass er bleibt, und gesagt, er würde ja eh später das Haus bekommen.

Danach aber sehe es jetzt nicht mehr aus, sagt Scheuermann: „Rückblickend war es ein riesiger Fehler, dass wir nicht dennoch ausgezogen sind.“ Zu schlichten sei der Streit nicht mehr, befürchtet Scheuermann. Dies bestätigt ein Anruf der Redaktion bei den Eltern. „Es geht einfach nicht anders, als dass die ausziehen“, sagt Christine Scheuermann, die Mutter des Schauspielers. Mehr wolle sie dazu nicht sagen.

Münchner Schauspieler im Streit mit Vater: „Sache geht mir näher als meinen Eltern“

„Ich glaube, die Sache geht mir näher als meinen Eltern“, sagt Fritz Scheuermann. Er versuche so gut es geht, den Streit von seiner Tochter fernzuhalten. „Es ist entsetzlich, wenn sie nun entwurzelt wird. Ebenso schlimm ist es für meine Frau, die in einer Apotheke ganz in der Nähe arbeitet.“ Auch er selbst sei in der Lerchenau sehr verwurzelt. „Ich bin zwar gerne unterwegs, aber hier bin ich daheim“, sagt Scheuermann.

Mietrechtsexpertin Anja Franz versteht die Verzweiflung: „Das ist sehr belastend, wenn eine Kündigung einfach so erfolgen kann“, sagt sie. Der Grund ist, dass einem Vermieter nicht zugemutet werden soll, dass er mit einem Mieter, mit dem er möglicherweise im Clinch ist, unbegrenzt unter einem Dach leben muss. „Deshalb gibt das Gesetz dem Vermieter die Möglichkeit, zu kündigen. Es wird lediglich die Kündigungsfrist um drei Monate verlängert, damit der Mieter länger Zeit hat, sich eine neue Wohnung zu suchen.“

Wohin die Scheuermanns jetzt ziehen, steht in den Sternen. Fest steht lediglich eines: Am Montag werden sich Vater und Sohn Scheuermann im Münchner* Amtsgericht treffen. Zum Räumungsprozess. Es sieht ganz so aus, als würde das familiäre Band dort dann endgültig durchtrennt. (Susanne Sasse/cla) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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