`Polizei in 35 Lokalen

Rotlicht-Razzia! Wurden Prostituierte betrogen?

München - 35 Münchner Nachtlokale, Cabarets und Bordelle haben in der der Nacht zum Mittwoch Besuch von der Polizei bekommen. Offenbar wurden auch die Prostituierten betrogen.

Der Freier von heute stürzt sich offenbar zunehmend nicht mehr mit prall gefüllter Geldbörse, sondern mit seiner Kreditkarte ins sündige Nachtleben. Dieser Umstand war der Grund dafür, dass insgesamt 35 Münchner Nachtlokale, Cabarets und Bordelle in der Nacht zum Mittwoch Besuch von der Polizei bekommen haben. Diesmal jedoch sind offenbar die Barbesitzer und die Prostituierten betrogen worden – von einer Dienstleistungsfirma, die in den Lokalen die Kreditkarten-Zahlungsterminals aufgestellt hatte.

Der Service-Umfang jener Dienstleistungsfirma sah vor, dass sich weder die Damen noch die Clubbetreiber mit den lästigen Kreditkartenabrechnungen befassen mussten. Sie wurden stattdessen später ein- bis zweimal wöchentlich von einem Mitarbeiter der Firma in harter Währung ausgezahlt.

Allerdings, und das ist der strafbewehrte Unterschied, behielt die Firma dabei stets 20 Prozent vom Umsatz ein – was einer illegalen Umsatzbeteiligung gleichkommt. Zudem fehlte den Betreibern die notwendige Genehmigung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Die Terminals wurden samt und sonders beschlagnahmt. Auch in Karlsfeld, Rosenheim, Unterschleißheim, Passau und Hamburg sowie in einem Club in der Schweiz wurden insgesamt 502 Durchsuchungsbeschlüsse vollzogen. Es geht insgesamt um eine geschätzte Summe von 1,5 Millionen Euro. Die Polizei beschlagnahmte bereits rund 145 000 Euro in Hamburg und München, auch die Konten wurden eingefroren.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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