Stadtgestalter sägen am Windrad

Zu nah an der Arena: Experten gegen Rotor-Plan

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Die Architekten ärgert dieser Blick auf die Arena

München - Die Architekten und Experten der Kommission für Stadtgestaltung haben den Riesen-Rotor der Stadtwerke an der Allianz Arena einstimmig abgelehnt – zumindest an dieser prominenten Stelle!

Geht dem geplanten Windrad an der Allianz Arena schon lange vor dem Bau die Puste aus? Die Architekten und Experten der Kommission für Stadtgestaltung haben den Riesen-Rotor der Stadtwerke einstimmig abgelehnt – zumindest an dieser prominenten Stelle! Allerdings gilt das Votum nicht als verbindlich: Es ist eine Empfehlung an Stadtrat und Behörden.

Eine Grafik schreckte das Gremium auf: Das Riesen-Rad steht in dieser Größe allein auf weiter Flur und überragt das Stadion bei weitem. „Da kommt ein Finger aus der Allianz Arena“, kritisierte die Architektur-Professorin Ulrike Lauber. „Es ist ein wahnsinniger Eingriff.“ Architekt Ritz Ritzer forderte gar eine Diskussion wie die Hochhaus-Debatte. „Haben Sie den FC Bayern gefragt? Haben Sie den Architekten der Arena gefragt?“, wollte Sitzungsleiter und CSU-Planungssprecher Walter Zöller von den Stadtwerke-Vertretern wissen. Haben sie nicht.

Die Architekten und Experten beraten Fragen zum Erhalt und zur Gestaltung des Stadtbildes – gerade bei repräsentativen Bauten. Genau das ist das Projekt: Auf Anhieb entstünde das zweithöchste Bauwerk der Stadt – gleich nach dem Olympiaturm. Selbst bis zu 179 Meter hoch soll es auf dem Müllberg stehen. Der soll sich laut Abfallwirtschaftsbetrieb auf 70 Meter auftürmen. SWM-Projektleiter Christian Schumacher sprach von 45 Metern. So oder so wird das Windrad zur Stadtsilhouette gehören: Der Rotor werde laut SWM im Umkreis von zehn Kilometern auf fast einem Drittel der Fläche zu sehen sein! Das Gremium riet: „Die Planung soll überdacht werden.“

Die Architekten haben nichts gegen Windkraft. Sie legten den Stadtwerken sogar nahe, einen Standort auf der anderen Seite der Autobahn zu suchen, wo bereits der kleine Rotor rotiert. Da könne ein kleines Grüppchen aus zwei bis drei Rädern wie ein Wahrzeichen entstehen, ohne das Stadion zu beeinträchtigen. „Machen Sie sich keine Hoffnungen“, sagte Zöller. „Die Stadtwerke sind ein Staat im Staat."

David Costanzo

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