Rotstift bei Lebensmittelkontrolle

München - Im Zuge der städtischen Sparmaßnahmen muss auch das Kreisverwaltungsreferat bei der Lebensmittelkontrolle streichen - ausgerechnet kurz nach dem Müller-Skandal.

Da müssen München und das Umland monatelang über den Fall Müller-Brot und das Versagen der Kontrolle im Landkreis Freising reden – und dann fällt das Münchner Rathaus folgende Entscheidung: Im Zuge der städtischen Sparmaßnahmen muss auch das Kreisverwaltungsreferat streichen. Und dies geschieht mit den Stimmen der rot-grünen Mehrheit auch bei den Lebensmittelkontrollen! Demnach spart KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle heuer über 306 000 Euro und danach über 263 000 Euro pro Jahr. Folge: Sechs von 55 Mitarbeitern (darunter drei Reserve-Leute) fallen weg. Die Zahl der Kontrollen verringert sich insgesamt von fast 25 000 auf 23 650 – darunter reduziert sich die Zahl der Plankontrollen von 15 000 auf 12 000. Die Kontrollen nach der besonders strengen „Münchner Linie“ fällt von 3260 auf 1700. Bei den Kontrollen gibt es derzeit im Schnitt 15 Prozent Beanstandungen, meist aber im geringeren Bereich.

Blume-Beyerle und Vertreter von Rot-Grün versicherten, dass unter den Sparmaßnahmen nicht die Sicherheit der Münchner und der Lebensmittel leiden würde. „München hat weiter den höchsten Standard in ganz Bayern“, sagte etwa der grüne Fraktionschef Sigi Benker. KVR-Chef Blume-Beyerle betonte, dass in der Vergangenheit mehr Mitarbeiter als nötig beschäftigt waren – wenn jetzt die Stellenzahl abgebaut werde, kontrolliere die Stadt immer noch häufiger, als es das Gesetz verlangt.

Der Opposition schmeckte das nicht. „Sie machen kaputt, was Sie sich selbst erarbeitet haben“, warnte Linke-Stadtrat Orhan Akman. Eher müsse man die Kontrolle noch ausbauen. „Wir wollen keine Lebensmittelkontrolle nach Kassenlage“, sagte auch CSU-Stadtrat Robert Brannekämper.

DAC

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