Besitzer hätte ihn nicht ausführen dürfen

Rottweiler biss meinen Dackel tot

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Henrike Haarstick zeigt auf die Stelle: Hier wurde Dackel Benny gebissen

München - Henrike Haarstick klagt an: Ein Rottweiler hat ihren Dackel totgebissen. Das hat für den Besitzer ein Nachspiel. Er hätte das Tier gar nicht ausführen dürfen.

Ein Blutfleck am Boden wird Henrike Haarstick noch lange daran erinnern, wo sich die Zähne eines Rottweilers in ihren kleinen Liebling bohrten. Die 26-jährige Dackel-Besitzerin sagt traurig: „Mit drei großen Sätzen hat er sich auf meinen Benny gestürzt, in den Rücken gebissen und das Fell nach oben hin abgerissen. Benny hat kurz aufgejault, dann war er still.“

Dackel Benny starb in der Tierklinik

Eine Woche später starb Benny in der Tierklinik. Der Hundetod vom 23. November in der Messestadt Ost hat für den Rottweiler-Besitzer ein Nachspiel. „Er hätte das Tier gar nicht ausführen dürfen“, sagt Daniela Schlegel vom Kreisverwaltungsreferat. Seit 2009 hatte ihn die Behörde mit einem Ausführ-Verbot belegt. Doch der Halter scherte sich nicht darum. „Viele Hundebesitzer hatten Angst vor dem Rottweiler“, sagt Jura-Studentin Haarstick. Immer wieder seien kleinere Hunde von dem aggressiven Tier attackiert worden.

Nun erwischte es Benny. Plötzlich habe sich der Rottweiler von der Leine seines Besitzers losgerissen. „Benny hatte keine Chance.“ Rottweiler haben eine Beißkraft von 400 Kilogramm! Henrike Haarstick konnte nicht mehr eingreifen: „Ich war wie gelähmt vor Angst.“

Eilig brachte sie den schwer verletzten Dackel in die Tierklinik. Helfen konnte man ihm aber nicht mehr. „Benny war ein liebes Tier“, sagt die Besitzerin traurig. „Für einen Dackel war er eher schüchtern.“

Den traurigen Vorfall hat sie dem Kreisverwaltungsreferat gemeldet, was dem Rottweiler-Besitzer nicht passte: „Der hat wütend reagiert.“ Das Kreisverwaltungsreferat hat ihm den Hund weggenommen. „Wir haben den Rottweiler am 30. November sichergestellt“, sagt Daniela Schlegel. „Er befindet sich jetzt im Tierheim.“

Henrike Haarstick, die auch Vorsitzende des Dackel-Clubs München ist, atmet auf: „Jetzt kann ich wieder entspannt mit dem Dackel meiner Mutter spazieren gehen. Ich glaube, auch alle anderen Hundesbesitzer hier atmen auf.“

E. Unfried

Hund & Recht

Es gibt zwar keinen grundsätzlichen Leinenzwang für das komplette Stadtgebiet – allerdings durchaus für bestimmte Bereiche (etwa Spielplätze, Spiel- und Liegewiesen, Zieranlagen in Parks und Biotope). Diese Bereiche sind in der Regel mit grünen Pollern gekennzeichnet. OB Christian Ude sagte im vergangenen Jahr zu diesem Thema: „Gegen einen allgemeinen Leinenzwang spricht vor allem, dass lediglich circa ein Prozent der in München angemeldeten Hunde Schadensfälle auf öffentlichem Grund verursachen.“

Kampfhunde der so genannten Klasse 1 (zum Beispiel bestimmte Bullterrier) darf man in Bayern nur mit Sonder-Erlaubnis halten. Dafür ist ein spezieller Antrag bei den Behörden nötig. In München werden solche Hunde aber grundsätzlich nicht zugelassen.

Bei Hunden der Klasse 2 (darunter fallen unter anderem Rottweiler) muss der Halter nachweisen, dass das Tier ungefährlich ist (so genannter Wesenstest).

Angefallene Kinder

Immer wieder sorgen aggressive Hunde für Schlagzeilen. Ende November fiel ein Polizeihund in Polsdorf bei Allersberg (Mittelfranken) eine Gruppe von Kindern an, die nach der Weihnachtsfeier auf einer Wiese spielten. Der zweijährige belgische Schäferhund Cabil stürmte Augenzeugen zufolge wie aus dem Nichts von eine Weide auf der anderen Straßenseite auf die Kinder zu und verbiss sich in einigen. Drei Buben und drei Mädchen im Alter zwischen fünf und neuen Jahren wurden durch an Oberschenkel und Gesäß teils schwer verletzt. Besonders dramatisch: Die Hundeführerin (41) aus dem Nürnberger Polizeipräsidium war an diesem Nachmittag privat mit dem Polizeihund unterwegs, hatte ihren Hund nicht angeleint.

Im Juli zerfetzte ein Labrador-Mischling in München das Gesicht einer Zweijährigen. Die kleine Pauline war mit ihren Eltern auf einem Straßenfest am Athener Platz, als der Hund seine fünf spitzen Zähne in ihre Wange bohrte. Die Löcher waren bis zu vier Zentimeter tief, wegen Keimen in den Wunden musste die Kleine bereits 14-mal operiert werden. Das Tier war angeleint, nun darf er nur noch mit Leine und Maulkorb geführt werden. Die Hundehalterin entschuldigte das Verhalten ihres Hundes: „Das Kind lief auf ihn zu, da hat er Angst bekommen. Er ist grundsätzlich nicht böse.“

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