100.000 Haushalte in München betroffen

RTL verkündet Ausstieg aus Antennenfernsehen

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Die RTL-Mediengroup hat ihren Ausstieg aus dem terrestrischen Fernsehen verkündet.

Köln - Die RTL-Mediengroup hat ihren Ausstieg aus dem terrestrischen Fernsehen verkündet – und der Zuschauer guckt in die Röhre … Rund 100.000 Haushalte rund um München sind betroffen.

Die Zeiten, in denen Wer wird Millionär? (RTL), Das perfekte Dinner (vox) oder Frauentausch (RTL 2) über den Bildschirm flimmerten, sind bald vorbei. Zumindest für rund 100 000 Haushalte im Großraum München, die ihr Programm ausschließlich über das digitale Antennenfernsehen DVB-T empfangen. Die RTL-Mediengroup hat ihren Ausstieg aus dem terrestrischen Fernsehen verkündet – und der Zuschauer guckt in die Röhre …

Kein RTL mehr? Diese Alternativen gibt es

Ab dem 1. August werden im Verbreitungsgebiet München/Südbayern die Programme RTL, RTL 2, vox und SuperRTL nicht mehr via DVB-T zu empfangen sein. Der Grund: Für den Kölner Privatsender ­stehen die hohen Verbreitungskosten in keinem Verhältnis zu den Zuschauerzahlen, die sie auf diesem Weg erreichen. Die Kosten lägen 30 Mal so hoch wie bei der Ausstrahlung über Satellit.

Ein herber Schlag für die Betroffenen, die nicht problemlos auf Kabel, Satellit oder Internet umsteigen können. „Gerade in der Münchner Altstadt gibt es einige Haushalte, die keine echte Alternative haben“, erklärt Veit Olischläger, Projektkoordinator im Projektbüro DVB-T Bayern. Kabelfernsehen ließe sich bei Altbauten nicht immer nachrüsten – ebenso wenig Satellitenschüsseln. Außerdem sind die Alternativen bei weitem teurer. „Es wird einen Aufschrei geben“, vermutet Olischläger, „wobei wir keinen Einfluss auf die wirtschaftliche Entscheidung von RTL haben. Es gibt kein Anrecht auf Privatfernsehen.“

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Wer aber soll sich nach dem Ausstieg in Zukunft noch für DVB-T entscheiden? Und gerät damit nicht auch das bezahlpflichtige Nachfolgemodell DVB-T2, das für die kommenden Jahre geplant ist, ins Wanken?

„Die Entscheidung von RTL wird DVB-T sicherlich erstmal schwächen. Wobei wir uns bemühen werden, das digitale Antennenfernsehen attraktiv zu halten“, erklärt Olischläger. Mit DVB-T2 könnte ein Bezahl-Modell auf den Markt kommen, das für RTL wirtschaftlich wieder attraktiv ist. Doch das ist im Moment noch Zukunftsmusik und ein schwacher Trost für die Zuschauer, die schon bald auf das Angebot aus Köln verzichten müssen. Immerhin: die Münchner ProSiebenSat.1-Group hat ihr DVB-T Engagement bundesweit bis 2018 verlängert.

Astrid Kistner

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